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Manchmal wird alles anders …

Hallo liebe Leser,

nach etlichen Monaten Abstinenz möchte ich mich wieder zurückmelden. Mein Artikel heut handelt nicht von Neueröffnungen und Tipps, wie und wo ihr euch vergnügen könnt. Es ist vielmehr ein bisschen zum Nachdenken und in sich rein hören.

In meinem Leben lief in den letzten Monaten einiges aus der Bahn. Ein trauriger Anlass, auf den ich hier nicht näher eingehen möchte. Nur soviel: Es hat mich ziemlich durchgerüttelt und ich kam ins Schleudern. Ins Hadern mit dem Schicksal. Ins Grübeln, warum es andere scheinbar besser getroffen haben. Ins Grübeln, ob es einen Gott gibt und warum er mir das antut. Ins Hinterfragen, was der eigentliche Sinn des Lebens ist.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich alle Antworten gefunden habe. Ansatzweise sicher, aber ich bin ja mit dem Hinterfragen auch die nächste Zeit noch nicht fertig. Aber trotzdem, nun bin ich wieder da. Ernster vielleicht als zuvor aber auch weiser und in meiner Persönlichkeit gewachsen. Aus jeder Krise geht man gestärkt hervor und genau das ist der springende Punkt. Keiner von uns bleibt auf ewig von Schicksalsschlägen oder negativen Erfahrungen verschont. Jeder muss Prüfungen und Lebensaufgaben meistern. Die Frage ist nur, ob derjenige daraus lernt oder in Zorn, Wut und Trauer verfällt, sich zynische Sätze parat legt und verbittert und hart wird. Ich hab mich für Erstes entschieden. Denn das Leben ist zu schön, um es nur noch durch einen dunklen Schleier zu betrachten. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und das Leben geht immer und immer weiter. Und genau das muss man sich vor Augen halten. Uns wurde Leben geschenkt, damit wir es nutzen. Uns muss klar sein, dass jeder Tag der vorübergeht, ohne ihn sinnvoll gestaltet zu haben, unwiederbringlich verloren ist. Und uns muss auch klar sein, dass keiner von uns hier bleiben wird. Jeder, wirklich jeder, wird irgendwann zur letzten Reise aufbrechen.

Darum hat es ja überhaupt keinen Sinn, alles auf später zu verschieben. Denn wie oft wird aus “Später” ein “Nie”? Wozu das schicke Kleid für den besonderen Anlass aufheben? Was, wenn ich den nächsten besonderen Anlass nicht erlebe? Wozu die tolle Fernreise auf die Zeit nach dem aktiven Arbeitsleben verschieben? Was, wenn ich dann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verreisen kann? Ich selbst neige dazu, Träume auf später zu verschieben. Den Töpferkurs, tanzen gehen und die Nacht wieder mal zum Tag machen, die Reise nach Südfrankreich, das Nordlicht sehen und da gibt’s noch unzählige andere Träume. Praktischerweise hab  ich auch immer passende Ausreden parat, die da wären: wenn ich genug Geld habe, wenn die Kinder aus dem Haus sind, wenn ich mal Zeit habe … IRGENDWANN!

Aber: Das ist absoluter Schwachsinn! Leben findet im Hier und Jetzt statt. Wer sagt, dass ich das tolle Kleid nicht auch einfach nur ins Kino anziehen kann (warum gehe ich eigentlich so selten ins Kino)? Wer sagt, dass ich mir Wünsche erst nach Pensionsantritt erfüllen kann (seit 20 Jahren möchte ich einen Töpferkurs besuchen – warum zum Kuckuck tu ich es dann nicht endlich)? Wer sagt, dass ich ewig von einem eigenen Laden träumen muss (viele tolle Ideen werden nie umgesetzt)? Wer sagt, dass man sich kein tolles Auto gönnen kann, wenn man doch genug Geld dafür hätte? Ich möchte hier nun keinesfalls dazu auffordern, sein Geld mit beiden Händen beim Fenster raus zu werfen oder über seine Verhältnisse zu leben. Es geht hier einzig und allein darum, das Leben zuzulassen, sich selbst glückliche Momente zu gönnen. Was ich damit sagen will: Verschiebt nicht alles auf später. Wem ist damit gedient, mit einem Kopf voll Träumen zu sterben, wenn man stattdessen mit Erinnerungen gehen könnte?

Zugegeben, es ist natürlich nicht sehr schlau, einfach alles über den Haufen zu werfen, den Job zu kündigen, das Haus zu verkaufen und zu einer 5-jährigen Rucksacktour durch Asien aufzubrechen. Aber wie oft könnte man mit kleinen täglichen Glücksportionen der Seele Gutes tun? Wie viele Menschen hadern mit ihrem Job, ihrer Partnerschaft, ihrer Wohnsituation? Wer hadert, ist nicht glücklich. Wer nicht glücklich ist, wird krank. Wer krank ist, kann sein Leben kaum genießen. Und dann wird das Geschenk des Lebens vergeudet. Unwiederbringlich!

Also – in diesem Sinne! Lebt! Liebt! Seid glücklich und nutzt jeden Tag!

Eure Tullnerin

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