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Ich bin dann mal kurz weg …

Ab und zu packt mich bei aller Heimatliebe doch ein bisschen Fernweh. Dann tut mir schon mal ein kleiner Abstecher in die Steiermark ganz gut. Das liegt vermutlich an der Hälfte Steirerblut in meinen Adern (der Rest ist aber waschechte Tullnerin). Und so überkommt mich ab und zu der starke Trieb, schnell die nötigsten Sachen zusammen zu packen und Richtung Süden zu fahren. Und neulich war’s dann wieder so weit …

Dank meiner umtriebigen Art hab ich mittlerweile nicht nur viel Verwandtschaft, sondern auch liebe Freunde übers ganze südliche Bundesland verstreut. Diesmal verschlug es mich aber nicht nach Graz oder Zeltweg, als “Basislager” wählte ich spontan Bruck/Mur. Dort war ich erstens noch nie und zweitens befand ich, dass sich diese kleine Stadt bestens als Ausgangspunkt für all meine Unternehmungen eignet.

Integriert in die Stadtmauer

Ein Zimmer war schnell gefunden zu einem echt günstigen Preis. Mit fantastischer Lage direkt an der Mur. Und gratis Parkgarage!!! Sowie wahnsinnig lieben Angestellten von der Rezeption bis hin zur Bar. Mit sehr gutem Frühstücksbuffet und á la carte-Essen abends (kleine aber feine Speisekarte). Das Hotel Landskron  liegt fast direkt im Zentrum. Aber da es unmittelbar am Ufer in die alte Stadtmauer integriert ist (schon das allein ist sehenswert) und eine nur selten befahrene Straße daran vorbei führt, hat man mitten in der Stadt himmlische Ruhe. Nur das Rauschen der Mur war nachts zu hören, in Folge schlief ich tief wie ein Baby. Herrlich!!!

Gleich nach Ankunft schnürte ich meine Turnschuhe und erkundete die Innenstadt. Vom Hotel aus sind es nur drei oder vier Minuten zu Fuß. Am Hauptplatz war Party-Stimmung. “Beach an der Mur” verwandelte für eine Woche das Zentrum von Bruck zur größten Sandkiste Österreichs. Von Beach-Volleyball bis hin zu Boccia und Handball gab’s jede Menge Bewerbe. Gut – Sport ist jetzt nicht so mein Ding, aber dank solcher Veranstaltungen gibt’s jede Menge Musik, junge Leute und gute Stimmung. Das wirkt sehr ansteckend und macht gute Laune.

In der Fußgängerzone (Mittergasse) gibt’s jede Menge kleiner Läden, ein griechisches und ein italienisches Restaurant, eine Bar – das Musetti – mit dem angeblich besten Prosecco weit und breit und ein nettes Café: Das Café Schloffer. Echt schönes Ambiente und Super-Eiskaffee sowie geniale Mehlspeisen. Solltet ihr dort landen und man fragt euch, ob ihr einen normalen oder einen gerührten Eiskaffee wollt, entscheidet euch für Zweiteren. So cremig und mollig, das war echt ein Hochgenuss. Tja, man muss nur die Einheimischen beobachten, denn die bestellten ALLE den “gerührten”. Was soll ich sagen, ich bin halt auch ein Rudeltier!

Was ich mir oft für Tulln wünschte aber scheinbar in unserer schönen Stadt nicht zu machen ist: Ein nettes Restaurant mit Terrasse direkt am Wasser, wo man abends romantisch dinieren kann. Hier in Bruck/Mur hab ich es gefunden. Das Restaurant “die Weinerei” liegt im alten Baderhaus und ist nur durch eine wenig befahrene Straße vom Murufer getrennt. Dieses ist das absolut älteste Gebäude in der Stadt. Es wurde etwa 600 n.Chr. erbaut und hält und hält und hält. Könnte es Geschichten erzählen, wären die ziemlich interessant. Vom Handel mit Eisen & Salz, von Kelten und Römern, von Erzeugung von Eisenlupen, von Gästen in der Herberge und im Baderhaus bis hin zu Ringel- und Kettenschmiede (was immer das auch war) und Freudenhaus. Schade, dass Mauern die Geheimnisse für sich behalten. Die Zeiten ändern sich und nun gibt’s an dieser Stelle ein Restaurant. Eben die Weinerei im Baderhaus mit wildromantisch verwachsener Terrasse und Kulinarik vom Feinsten (tolle Bewertung Falstaff 2018).

Nur durch die schmale Straße getrennt liegt gleich gegenüber die “Mur-Terrasse”. Obwohl zum Restaurant gehörig, gibt’s hier eine separate Speisekarte. Denn gekocht wird in der Schauküche, wo Fisch & Fleisch gegrillt werden. Oder saftige Steaks am Vulkanstein serviert werden.

Zu meiner Überraschung wähnte ich mich dann kurz in Graz, denn da erblickte ich hoch über der Stadt doch tatsächlich den Uhrturm. Witziges Detail: Auch der Hügel, wo dieser kleine Bruder des Grazer Uhrturms thront heißt so wie der Grazer Berg – nämlich Schlossberg. So beschloss ich, den zweiten Tag mit einer kleinen Tour zu starten und kam über eine lange Treppe auch schnell ans Ziel. Der Ausblick auf die Stadt und die sanfte Hügellandschaft war fantastisch. Zumindest auf einer Seite, denn man darf nicht vergessen, dass Bruck auch eine Industriestadt ist und dieser Anblick ist weniger prickelnd und romantisch (liegt aber auf der anderen Seite des Schlossberges und man muss es nicht sehen, wenn man nicht will).

Brucker Uhrturm

Der Brucker Uhrturm liegt am Fuße der ehemaligen Burg. Zwar sind nur noch die Grundmauern vorhanden, doch kann ich Ruhesuchenden empfehlen, sich dorthin zu begeben. Denn innerhalb der Mauern oberhalb des Turms befindet sich ein kleiner Park mit schattigen Bäumen und Bänken, wo man sehr gut seine “Batterien” aufladen kann.

Ich wäre zwar gern noch länger geblieben, doch Tantchen wartete bereits auf mich und so fuhr ich Richtung Leoben und dann noch weiter Richtung Vordernberg und Präbichl (übrigens ein tolles Wandergebiet mit Reiting, Hochschwab oder Eisenerzer Reichenstein). Allerdings nicht ohne vorher nochmals im Café Schloffer vorbeizuschauen und für meine Lieblingstante köstlichen Linzer Kuchen, Esterhazyschnitte & Co zu besorgen.

Nun – nicht jeder hat auf seiner Steiermark-To-Do-Liste eine Tante oder andere Verwandte abzuarbeiten. Und ich werde auch hier nichts von dieser entzückenden, witzigen und pfiffigen Frau preisgeben. Aber vielleicht, wollt ihr ja in Leoben einen Stopp machen und dort die AsiaTherme besuchen. Sie ist auf alle Fälle einen Aufenthalt wert. Denn die Fahrzeit von Bruck nach Leoben beträgt lediglich 15 Minuten (erwähnte ich bereits, dass Bruck ein super Ausgangspunkt ist?). Der Badebereich ist wie bei den meisten Thermen gegliedert in Außen- und Innenbereich, wobei ich den Außenpool jetzt nicht besonders spektakulär finde. Toll ist aber auf alle Fälle der Saunabereich mit der Ruhezone. Sehr stylish und ansprechend.

Tag drei meines Kurztrips war für das Treffen mit einer Freundin in den Fischbacher Alpen geplant. Auch hier geht’s von Bruck relativ schnell und ist ein Katzensprung. Vorher wollte ich jedoch ins Weitental, leider war die Zeit zu kurz, um es ausgiebig zu genießen. Das Weitental ist ein Naturschutzgebiet in dem man wunderbar wandern kann. Für Kinder (aber auch Erwachsene) ist sicher auch die Vogelstation interessant. Hier werden kranke oder verletzte Tiere wieder aufgepäppelt und nach Möglichkeit ausgewildert. Traumhafte Umgebung für Erholung, zum Spazieren und Wandern. Man sollte sich aber ein bisschen mehr Zeit nehmen als ich es tat. Aber wie gesagt: Fischbach ruft und so mach ich mich auf den Weg und verabschiede mich aus Bruck/Mur und bin froh, mein “Basislager” hier aufgeschlagen zu haben.

Ich wünsch euch einen schönen Sommer!

Eure Tullnerin

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