Manchmal wird alles anders …

Nach einigen Monaten Schreibpause möchte ich mich wieder zurückmelden. Mein Artikel heut ist ein bisschen zum Nachdenken und in sich rein hören.

In meinem Leben lief in den letzten Monaten einiges aus der Bahn. Nur soviel: Es hat mich ziemlich durchgerüttelt und ich kam ins Schleudern. Ins Hadern mit dem Schicksal. Kam ins Grübeln, warum es andere scheinbar besser getroffen haben. Stellte die Frage, ob es einen Gott gibt und warum er mir das antut. Auf der Suche, was der eigentliche Sinn des Lebens ist.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich alle Antworten gefunden habe. Ansatzweise vielleicht. Prioritäten im Leben haben sich verschoben. Aber trotzdem, nun bin ich wieder da.

Meine tiefe Erkenntnis:  Es hat überhaupt keinen Sinn, alles auf später zu verschieben. Denn wie oft wird aus “Später” ein “Nie”? Wozu das schicke Kleid für den besonderen Anlass aufheben? Was, wenn ich den nächsten besonderen Anlass nicht erlebe? Wozu die tolle Fernreise auf die Zeit nach dem aktiven Arbeitsleben verschieben? Was, wenn ich dann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verreisen kann?

Ich selbst neige dazu, Träume auf später zu verschieben. Den Töpferkurs, tanzen gehen und die Nacht wieder mal zum Tag machen, die Reise nach Südfrankreich, das Nordlicht sehen oder die Lavendelfelder in der Provence. Da gibt’s noch unzählige andere Träume.

Praktischerweise hab  ich auch immer passende Ausreden parat, die da wären: wenn ich genug Geld habe, wenn die Kinder aus dem Haus sind, wenn ich mal Zeit habe … Also: IRGENDWANN!

Aber: Das ist absoluter Schwachsinn! Leben findet im Hier und Jetzt statt.

Wer sagt, dass ich das tolle Kleid nicht auch einfach nur ins Kino anziehen kann (warum gehe ich eigentlich so selten ins Kino)? Warum mache ich nicht endlich den Töpferkurs? Oder die Sprachreise nach Italien? Wie lange träume ich noch von Reisen in ferne Länder? Irgendwann ist es doch zu spät dafür. Nicht träumen lautet daher die Devise. Sondern tun!!!

Aus jeder Krise geht man gestärkt hervor und genau das ist der springende Punkt. Keiner von uns bleibt auf ewig von Schicksalsschlägen oder negativen Erfahrungen verschont. Jeder muss Prüfungen und Lebensaufgaben meistern. Die Frage ist nur, ob derjenige daraus lernt oder in Zorn, Wut und Trauer verfällt, sich zynische Sätze parat legt und verbittert und hart wird.

Ich hab mich für Erstes entschieden. Denn das Leben ist zu schön, um es nur noch durch einen dunklen Schleier zu betrachten. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und das Leben geht immer und immer weiter.

Und genau das muss man sich vor Augen halten. Uns wurde Leben geschenkt, damit wir es nutzen. Eines muss klar sein: Jeder Tag der vorübergeht, ohne ihn sinnvoll gestaltet zu haben, ist unwiederbringlich verloren.

Was ich damit sagen will: Verschiebt nicht alles auf später. Wem ist damit gedient, mit einem Kopf voll Träumen zu sterben, wenn man stattdessen mit Erinnerungen gehen könnte?

Zugegeben, es ist natürlich nicht sehr schlau, einfach alles über den Haufen zu werfen, den Job zu kündigen, das Haus zu verkaufen und zu einer 5-jährigen Rucksacktour durch Asien aufzubrechen. Aber wie oft könnte man mit kleinen täglichen Glücksportionen der Seele Gutes tun? Wie viele Menschen hadern mit ihrem Job, ihrer Partnerschaft, ihrer Wohnsituation?

Wer hadert, ist nicht glücklich – wer nicht glücklich ist, wird krank – wer krank ist, kann sein Leben kaum genießen. Dann wird das Geschenk des Lebens vergeudet. Unwiederbringlich!

Also – in diesem Sinne! Lebt! Liebt! Seid glücklich und nutzt jeden Tag!

Eure Tullnerin

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