Für Kids der 80er und 90er …

Für Kids der 80er und 90er …

Wer glaubt, im Herbst & Winter sei in Tulln nichts los, der irrt gewaltig. Es tut sich immer etwas, nur nicht so offensichtlich wie bei einem sommerlichen Zeltfest. Manchmal sind so kleine, feine Events auch nur ein Geheimtipp. Via Facebook stolperte ich schon vor einiger Zeit über die Eisdisco Retro.

Runden drehen am Eislaufplatz

Damals war ich noch der Meinung, dass das die übliche Eisdisco für die Kids sei. Und löschte diese Veranstaltung – mangels passendem Alter meinerseits  – sofort wieder aus dem Kopf. Aber irgendwie muss diese Eisdisco etwas Besonderes und zumindest ein kleiner Erfolg gewesen sein, denn bald darauf lud mich ein Bekannter aus Jugendtagen zu einer neuerlichen Eisdisco ein. Dummerweise war ich zu diesem Termin verhindert, nahm mir aber fest vor, mir das Mal näher anzusehen.

Eisdisco Retro Tulln
Eisdisco Retro Tulln

Wie so oft kommt einem aber immer wieder das Leben dazwischen und so verpasst man dann doch den einen oder anderen Event. Aber da nun im November die mittlerweile „6. Eisdisco Retro“ stattfindet, kann ich es mir gegenüber kaum noch entschuldigen, nicht auf dem Laufenden zu sein und habe mich mit der Veranstalterin Barbara Großschmidt getroffen.

Wie die Idee entstand

Auf die Frage, wie sie denn auf die Idee zur Eisdisco Retro gekommen sei erzählte sie mir Folgendes: Als gebürtige Tullnerin wurde sie unserer Stadt ein klitzekleines Bisschen „untreu“ und lebte sage und schreibe 13 Jahre lang in Wien.

Aber Babsi kam zurück und stellte fest, dass sämtliche Freunde und Bekannte aus der Jugendzeit irgendwie nicht mehr greifbar waren. Verschwunden und wie vom Erdboden verschluckt! Doch ohne soziale Kontakte ist die schönste Heimatstadt nur halb so schön. Der Plan hieß: Kontakt wieder herstellen, die Leute treffen, plaudern und das im Idealfall nicht nur schriftlich via Facebook.

So fand die Heimkehrerin dank Social Media etliche Jugendfreunde und verabredete sich alsbald zu einem persönlichen Treffen.

Und da gerade der Winter zugegen war, Babsi jedoch nicht gewillt war, in einem verrauchten Lokal bei lauter Musik das erste Treffen nach so vielen Jahren abzuhalten, lud sie ihre Freunde und Bekannten ein, sich mit ihr am Eislaufplatz zu treffen. Und es kamen tatsächlich 15 Leute!

Wie der Zufall so will, war an diesem Abend Eisdisco. Gespielt wurden natürlich aktuelle Hits der Charts. Während Babsi & Co. eine Runde nach der anderen drehten, war man sich schnell einig, dass die Musik der 80er und 90er jetzt eindeutig fehle, um das damalige Lebensgefühl wieder ansatzweise zu spüren.

Tja, ich seh es direkt vor meinem geistigen Auge: Gemeinsame Musikerinnerungen machen deutlich jünger, schöne Haut, glänzende Augen und rote Wangerl (hab es getestet, seither seh ich um zehn Jahre jünger aus).

Leider war der DJ musiktechnisch nicht auf diese Altersklasse (mit einer 4 vorn dran) eingestellt und kannte auch kaum Titel aus dieser legendären Zeit (er weiß nicht, was er verpasst hat). Dieser enttäuschende Moment, als der DJ die Musikwünsche nicht befriedigen konnte, war die gedankliche Geburtsstunde der Eisdisco Retro.

Babsi überlegte nicht lang, sprach sich mit der Gemeinde ab, organisierte einen DJ mit passendem Musik-Know-How, produzierte Sammelbuttons (für jede Eisdisco Retro gibt’s ein eigenes Design) und erstellte eine Veranstaltung (gottseidank gibt’s Facebook).

So wurde die Eisdisco Retro draus

Gruppenfoto Eisdisco
Gruppenfoto Eisdisco

Zwei Monate nach dem ersten Treffen am Eislaufplatz fand schon die nächste Eisdisco statt. Und diesmal kamen knapp 100 Leute der Einladung zu diesem Event nach. Eine kleine Sensation. Denn Babsi organisiert das alles allein und scheut offensichtlich keine Mühe, etwas für die Teenies der 80er und 90er auf die Beine zu stellen.

Weil ich das wirklich toll und bemerkenswert finde, möchte ich sie dabei unterstützen, dass noch mehr Tullner von diesem Termin erfahren und vielleicht sogar wieder auf ein Rendezvous mit der glatten Eisfläche vorbei kommen.

Eisdisco Retro 2017 in Tulln
Eisdisco Retro 2017 in Tulln

Mittlerweile laufen die Planungen für die 6. Eisdisco Retro, die heuer im November stattfinden wird. Schon jetzt kann man auf der Facebookgruppen-Seite abstimmen, welche Hits gespielt werden sollen. Ich denk da nur an Michael Jackson, Abba, David Bowie und so viele andere Idole der damaligen Zeit.

Allerdings gibt es heuer eine kleine Änderung: In dieser Saison wird es das Treffen nur ein einziges Mal geben. Und zwar am 25. November 2017!

Also für alle, die einen kurzen Abstecher in alte Zeiten machen möchte: SAVE THE DATE!!! Holt die Eislaufschuhe aus dem Kellerverlies! Lasst sie schleifen! Zieht euch warm an  und dann nichts wie ab zur Party am Eis!

Übrigens ist es mittlerweile schon eine kleine Tradition, anschließend gemeinsam ins Weihnachtsdorf zu ziehen und dort bei Punsch & Glühwein noch weiter Spaß zu haben …

Ich hoffe, man sieht sich beim Flotte-Runden-Drehen

eure Eisprinzessin

die Tullnerin

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Unser Wald in Nöten …

Unser Wald in Nöten …

Wer bei diesem herrlichen Herbstwetter gern spazieren geht und hier vorzugsweise rund um “Die Garten Tulln” sein Blut mit frischem Sauerstoff vollpumpt, der kann den Klang der Motorsägen derzeit wohl nicht überhören. Mittlerweile hat es sich ja bis in den letzten Winkel herumgesprochen. Das Falsche Weiße Stängelbecherchen hat auch Tulln erreicht. Wer? Das Stängel-Was? Noch nie davon gehört? Aber klingt doch so niedlich …

Tullner Au
Tullner Au

Im ersten Moment denkt wohl kaum jemand Böses, es sei denn, man ist im Broterwerb Botaniker, Forstwirt oder Ähnliches. Doch dieses Stängel-Was ist ein ziemlich fieser Pilz. Der seinen Siegeszug – und somit den Niedergang der Eschen – von Richtung Nordosten kommend angetreten hat.

Sowohl in Skandinavien, Polen, Tschechien, der Slowakei, Deutschland und auch der Schweiz hat man mit diesem Pilz zu kämpfen. Insgesamt sollen bereits 22 europäische Länder betroffen sein. Da stell ich mir schon die Frage, wo kommt dieses “Monster” denn plötzlich so schnell her?

Möglicherweise haben die Umweltbedingungen wie z.B. höhere Temperaturen in den letzten Jahren diese Entwicklung begünstigt. Ich gehe davon aus, dass die Forscher auf Hochtouren arbeiten, um herauszufinden, warum … wieso … weshalb!

Ja natürlich, es stimmt schon, dass immer wieder Schädlinge auftreten und Bäume eben gefällt werden müssen. Man denke nur an den Borkenkäfer oder vor zig Jahren an den Sauren Regen, der der österreichischen Fortwirtschaft zusetzte. Oder an den Buchsbaumzünsler, der gern in meiner Buchshecke wütet (ein frecher Schmetterling, der aus Asien eingewandert ist). Und trotz all dieser Herausforderungen für unsere Bäume ist unser Land waldreich geblieben.

Allerdings war Tulln meines Wissens noch so stark mit so einem Problem konfrontiert. Allein die Zahlen, die von der Stadtgemeinde Tulln bekannt gegeben wurden, sind erschreckend. Nahezu die Hälfte des Baumbestandes sind Eschen und mussten gefällt werden bzw. werden noch bis Ende des Jahres der Säge zum Opfer fallen. Das geht in die Abholzung tausender Bäume!

Eschensterben Tulln
Eschensterben Tulln

Bereits im August traf die Gemeinde ja rund um die Garten Tulln Vorkehrungen und sperrte teilweise die Wege aufgrund der Forstarbeiten. Auch das Aubad war betroffen. Da gibt’s derzeit noch teilweise Absperrungen, der Haupt-Eingang des Aubades ist aber nicht betroffen. Hier stehen glücklicherweise riesige Kastanienbäume und die sind momentan ohnehin der Hauptanziehungspunkt für Kinder und deren Eltern, die Frischluft suchen.

Auch auf den meisten Wegen in der Au rund um das Pfadfinderheim und die Garten Tulln kann man wieder seine Runden ziehen. Hier wurde bereits im Sommer als Sofortmaßnahme gerodet, um keine Menschen zu gefährden. Aber natürlich zieht sich dieses Thema weit über die beliebten Spazierwege und die Stadtgrenze hinaus.

Egal ob Stockerau oder Korneuburg, Langenrohr oder Langenlebarn. Der Pilz kennt keine Grenzen. Überall sieht man derzeit das gleiche Bild. Gefällte Stämme, zusammen geschlichtet und riesige “Löcher” im Wald.

Mir wurde jedenfalls ziemlich schlagartig bewusst, dass ich das Erscheinungsbild der Au, wie ich es seit meiner Kindheit kannte, in diesem Leben nicht mehr sehen werde. Denn: Aufforsten ist ja recht schön und gut. Aber so ein Baum wächst ja nicht ruckzuck mal schnell 20 Meter in die Höhe. Das braucht Zeit. Etwa 100 Jahre oder mehr! Ein gutes Eschenleben kann ja schon an die 250 bis 300 Jahre dauern und da schafft sie es bis in luftige 40 Meter Höhe.

Als gebürtige Tullnerin habe ich meine halbe Kindheit in der Au verbracht. Sie war immer selbstverständlich da. Ich verschwendete nie einen Gedanken daran, dass „meine Au“ einmal krank werden könnte und so „dünn“ würde.

Abgesehen vom wirtschaftlichen Schaden ist es natürlich auch für unsere Wildtiere eine Katastrophe. Selbst wenn vom Boden her alles verwuchert und in ein paar Jahren wieder „wild“ ist. Die Bäume brauchen Jahrzehnte, um wieder einen optimalen Lebensraum und Schutz zu bieten.

Bei einem meiner Spaziergänge in den letzten Tagen konnte ich nicht umhin, einige Fotos (wenn auch nicht sensationell gelungen) zu machen, um diesem Thema einen Beitrag auf meinem Blog zu widmen. Auch wenn es für viele Leser keine Neuigkeit mehr ist und es sich ohnehin schon bis in den letzten Winkel rum gesprochen hat … Das Falsche Weiße Stängelbecherchen ist da!

Liebe Grüße

Eure Tullnerin

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Kooperation mit der Tullnerin

Gerne stehe ich für  werbliche Kooperationen zur Verfügung. Diese werden auch als solche gut erkennbar für die Leser gekennzeichnet. Allerdings behalte ich mir vor, Themen abzulehnen, mit denen ich mich nicht zu 100% identifizieren kann. Das bin ich mir und vor allem meinen Lesern/Leserinnen schuldig.

Für Anfragen bezüglich Kooperationen: info@die-tullnerin.at