Hoch über dem Wienerwald …

Hier geht's lang

(enthält Werbung) – Der September ist schon immer meine Lieblingsmonat. Wenn der Altweibersommer alles in goldenes Licht packt, die Nächte kühl, aber die Tage mitunter noch ganz schön sommerlich warm sind. Dann pack ich meine Wanderschuhe 🥾🥾 und entdecke gern Ausflugsziele in der näheren Umgebung. Wie erst neulich die Habsburgwarte am Hermannskogel im Wienerwald. 😉 Das Wetter war optimal, leicht bewölkt und meine Wetter App verkündete Regen erst für die Abendstunden. Also perfekt für einen spontanen Sonntagsausflug.

Los geht’s …

Über Königstetten und den Exelberg ging es mitten rein in den Wienerwald. Und dann über Weidlingbach weiter bis zum großen Parkplatz an der Kreuzung (beim “Grüass Di a Gott Wirt”) in der Sieveringer Straße im 19. Bezirk. Hier ist ein idealer Startpunkt für diverse kleine Wanderungen.

Wanderkarte
Wanderkarte

Wer denkt, dass der Wienerwald eh nur ein bisserl ein Spaziergang ist, der irrt gewaltig. Die Hügel schauen so sanft und harmlos aus. Einige steile Passagen haben mir aber kurzfristig doch ein wenig Schnappatmung verursacht 😂 . Aber der Weg ist das Ziel und am Ende wollt ich unbedingt den Blick auf Wien genießen. Da nimmt man so ein bisserl Atemprobleme ja gern in Kauf …

Wienerwald
Wienerwald

Bis zum Hermannskogel, der laut Wikipedia zum Kahlengebirge gehört, geht man eine gute halbe Stunde. Je nachdem, wie oft man stehen bleibt, um die Natur zu genießen, Wildpflanzen aus der Nähe zu bewundern oder auch mal den Mountainbikern Platz macht. Die da mit fast halsbrecherischem Tempo bergab flitzen. Diese Art der rasanten Begegnung hielt sich aber glücklicherweise in Grenzen. 😉

Wie aus einem Märchen …

Habsburgwarte
Habsburgwarte
Habsburgwarte
Habsburgwarte

Die Habsburgwarte ist der höchste Punkt von Wien und wurde 1888 vom Österreichischen Touristenklub (ja den gab es damals schon) erbaut.

Optisch ähnelt sie einem mittelalterlichen Wehrturm. Man wartet beinah drauf, dass Rapunzel hinter einem der putzigen Fenster erscheint und mal eben ihr Haar herunter lässt. Oder, dass zumindest ein Burgfräulein auf der Aussichtsplattform wartet. 😉

Gedenktafel Habsburgwarte
Gedenktafel Habsburgwarte

Um auf den Aussichtsturm rauf zu dürfen, ist ein Beitrag von 1,- Euro pro Person zu bezahlen. Ich nehme mal an, dieser kleine Obolus dient zur Erhaltung des Prachtstücks. Danach steht der Erklimmung über eine Wendeltreppe bis in luftige 27 Metern Höhe aber nichts mehr im Wege.

Netterweise wird einem anhand eines Schildes, das gleich neben der Erinnerungstafel an die großzügigen Stifter der Warte hängt, auch gleich mitgeteilt, dass man die Hausbewohner (ca. 1,5 Meter lang und ihres Zeichens Äskulapnattern) möglichst ruhen lassen möge. Aber keine Angst, sie wohnen nicht IM Turm, sondern drunter. Der Turmwärter (Wächter) hat uns aber beruhigt, man wird sie bei diesen Temperaturen wohl nicht zu Gesicht bekommen. So ein Glück, dass ich mir die Wendeltreppe nicht mit ihnen teilen muss …

Wienblick
Wienblick

Der Blick über Wien ist wirklich unglaublich schön. In unserem Fall blieb’s aber bei einem kurzen Ausblick, denn kaum oben angekommen tröpfelte es auch schon vom Himmel 🌧️ . Aussichtswarten eignen sich übrigens auch hervorragend, um in Rekordtempo zum Hobby-Meteorologen zu mutieren. Denn während der Blick auf’s fleckerlweise durchaus sonnige Wien samt bauschigen Wolken in die Kategorie “oooooh wie schön” einzustufen war, verriet der Blick in Richtung Westen nix Gutes. Grau – Dunkelgrau – Schwarz!😬 Ich konnte also ziemlich treffsicher Starkregenwetter voraussagen. 🤣 Besser als jedes App. Denn meines zeigte zu diesem bereits sehr feuchten Zeitpunkt noch immer KEINEN Regen an.

Auf geht’s zur Jägerwiese und dem Agnesbrünnl

Also kleine Planänderung. Statt die Aussicht zu genießen und noch weiter im Wald 🌳 herumzustreifen, ging’s auf direktem Weg zur Jägerwiese, wo wir nach etwa 15 Minuten trotz Regenponcho nass und zersaust ankamen. Wir “retteten” uns ins bis auf den letzten Tisch besetzte Gasthaus zum Agnesbrünnl, wo uns ein netter Herr anbot, seinen Tisch mit uns zu teilen. Nicht nur das Regenwetter hat die Menschen in die Gaststube gelockt, sondern auch das “Brünnl-Fest” mit Musik und Tombola und – wie uns unser Tischherr erzählte – auch das hervorragende Essen. Die zufriedenen Gesichter ringsum sprachen aber eh für sich.

Bei einer herrlichen heißen Suppe wurde uns auch schnell wieder warm und wir konnten der Verlockung nicht widerstehen, uns auch noch Hüttenchips und hausgemachten Holundersaft zu gönnen. Bei der Tombola haben wir dann auch Fruchtkäse gewonnen. Wer sich da jetzt nix drunter vorstellen kann: Von der Konsistenz her wie Gummibärli, aber aus Fruchtmus aus natürlichen Zutaten wie Ribisel, Stachelbeere oder Banane. Natürlich auch hausgemacht. Schmeckt ziemlich gut und nicht so künstlich wie das Zeug aus dem Supermarkt.

Als sich die dicken Regenwolken dann endlich verzogen, waren wir wieder trocken, satt (dank ausgezeichnetem Essen), hatten uns mit Kaffee und köstlicher hausgemachter Mehlspeis belohnt und machten uns auf den Weg zurück. Dabei machten wir noch eine Runde ums Gasthaus.

Zum Agnesbrünnl gehört auch ein großer Garten mit riesigen Kastanienbäumen, die mich ein bisschen an einen bayrischen Biergarten erinnern. Gleich nebenan ist die Jägerwiese, wo sich die Kids austoben können. Hauptattraktion für die Kinder sind hier aber die vielen Tiere wie Esel, Hund, Katz, Schweinchen und Meerschweinchen.

🥾🥾 🌳 🥾🥾🌳 🥾🥾

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Agnesbrünnl
Gasthaus Zum Agnesbrünnl / Jägerwiese

🥾🥾 🌳 🥾🥾🌳 🥾🥾

Tipps und Infos

Die Habsburgwarte ist von Anfang April bis Ende Oktober geöffnet. Allerdings nur am Wochenende und an Feiertagen. Samstag 13.00 bis 18.00 Uhr, Sonn- und Feiertage 10.00 bis 17.00 Uhr.

Diese Tour (Stadtwanderweg 2) kann man gut mit Kindern gehen, für Kinderwagen ist sie aber nicht geeignet. Wenn euch eure Wauzis begleiten: Dank Wald natürlich schattig, doch gibt es hier keinen Bach und keine Wasserstellen, wo sie sich an sehr heißen Tagen abkühlen könnten.

Das Gasthaus zum Agnesbrünnl hat ganzjährig ab 9.00 Uhr geöffnet, warme Speisen bis 17.30 Uhr. Sperrstund ist bei Einruch der Dunkelheit – Ruhetag: Montag und Dienstag – am besten informiert ihr euch auch direkt auf der Website des Gasthauses.

Wenn ihr gern in der Natur unterwegs seid, dann könnte euch vielleicht auch meine Geschichte über die Hagenbachklamm interessieren …

Ich hoffe, dieser Beitrag ist ein bisschen Anregung für eure Freizeit-Gestaltung.

Liebe Grüße, griaß euch und bis bald

die Tullnerin

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