AKTUALISIERT 17.09.2026 (Frühstücksangebot)
(Werbung – aber würd’s mir nicht ehrlich schmecken, hätt ich nicht drüber geschrieben) – Erinnert ihr euch noch an den medialen Aufschrei? Als die EU Hausgrillen in Lebensmitteln zugelassen hat? Wer Grillen grillen mag, der soll es meinetwegen tun, aber eines weiß ich ganz genau: ICH will definitv weder Hausgrillen noch sonstiges Krabbelgetier in meinen Backwaren haben. Sorry – ich bin kein Frosch und keine Amsel und kann Insekten als trendy Leckerbissen also wirklich nix abgewinnen. Jajajaja – ich weiß – natürlich muss alles deklariert werden. Und keiner hat’s unwissend am Teller. Sagt die EU. Aber ich trau der ganzen Sache trotzdem noch immer nicht. Wem ich diesbezüglich aber volles Vertrauen schenk, das sind die kleinen Hofläden und Produzenten, die ich persönlich kenn und wo ich auch gern einkaufe. Wie etwa bei der Eva vom Hagl-Hof in Judenau, bei der ich mir Bauernbrot, feines Gebäck und andere gute Sachen für mein Frühstücks- (oder Abend-)körberl hol.
Brot & Feines von Eva …
Eva stammt aus einer bäuerlichen Familie aus der Lilienfelder Gegend und landete – der Liebe sei Dank – hier bei uns im Tullnerfeld. Genau genommen in Judenau am Hagl-Hof. Praktischerweise ist sie ausgebildete Diätologin und kennt sich somit mit Essen samt Auswirkung auf die Gesundheit aus. Das passt perfekt mit Bauernhof und Lebensmitteln zusammen …
Von berufswegen musste sie sich mit Unverträglichkeiten wie Gluten beschäftigen. Weil sie nicht glauben konnte, dass wir Menschen seit Jahrhunderten Brot als Grundnahrungsmittel im Programm hatten und plötzlich so viele Leute Probleme damit haben, wollte sie es genau wissen. Und was tut man, wenn man es genau wissen will? Man recherchiert und schaut, woher das Problem kommt – und zwecks Studie wurde natürlich gleich selbst Brot gebacken.

Fazit: Die Unverträglichkeiten nahmen just ab da spürbar zu, als immer weniger Bäcker „richtiges“ Brot mit langer Teigführung in den Ofen schoben. Und statt dessen mehr Fertig-Schnellmischungen die Verkaufsregale gelangten. Es liegt also nicht unbedingt am Brot selbst, sondern an der viel zu schnellen Herstellung. Wie sagt man so schön: Gut Ding braucht eben Weile …
Wenn der Teig ein bissl Zeit bekommt …
… dann dankt er es mit gutem Geschmack und das Baucherl freut sich auch.
Damit ich versteh worum es beim Brotbacken geht, hat mir Eva den Vorgang gleich mal näher erklärt: Im Sauerteig arbeiten Bakterien zu unseren Gunsten. Sie bearbeiten den Teig, sodass sich unsere Verdauung deutlich weniger plagen muss. Man könnte quasi sagen, dass sie das „Vorglühen“ erfunden haben.

Umso länger der Teig also rasten darf, umso effektiver können die kleinen Helferleins das Brot für unseren Verdauungstrakt vorbereiten. Toller Nebeneffekt: das Gebäck bedankt sich fürs Zeit-Geschenk mit feinem Geschmack – gänzlich ohne Zusatzstoffe – ganz so wie Brot halt eigentlich sein soll. Nur Wasser, Mehl, Sauerteig (ist letzlich auch Wasser + Mehl) und Salz. Bei Spezialbroten kommen dann natürlich auch mal Gewürze mit hinein. Aber das Brot ist so pur, wie Brot seit jeher war. Alles dank dem Faktor „Zeit“.
Weil das Backwerk der Familie und in weiterer Folge dem Freundes- und Bekanntenkreis so herrlich mundete beschloss Eva, einen Hofladen mit ihrem Bauernbrot und Weckerln zu eröffnen. Die Geburtsstunde von Brot und Feines.

Die Brote und das Kleingebäck werden mit Roggen-Sauerteig bzw. mit Weizen-Sauerteig hergestellt. Die Brioche darf dann noch mit Butter kuscheln (weil Margarine kommt der Eva nicht in die Backstube).
Weizen, Roggen und Dinkel stammen übrigens aus dem Eigenanbau des Hagl-Hofs. Zu feinem Mehl gemahlen wird’s dann in der Langer-Mühle in Atzenbrugg oder ein paar Kilometer weiter in der Plattner-Mühle in Böheimkirchen. Also vom Anbau bis in mein (oder euer) Brotkörbchen ist alles sehr regional gehalten. Das spart natürlich in Zeiten, in denen täglich über Klimaschutz gesprochen wird, einiges an CO2.

Apropos Klimaschutz. Eva schaut ja nicht nur drauf, dass in ihrem Hofladen feines Brot und regionale Produkte aus dem Bezirk in die Regale kommen. Der Hagl-Hof produziert auch den Strom für die drei Steinöfen in der Backstube selbst. Als Mitarbeiter hat man nämlich eine Photovoltaik-Anlage samt Strom-Speicher ins Boot – ähm ich mein natürlich auf den Hof – geholt.
„Brot & Feines“
Damit Eva ihre Kunden am Freitag und Samstag mit feinen Brot-Schmankerl beglücken kann, beginnt der erste Arbeitsschritt bereits am Mittwoch. Ja – ihr habt richtig gelesen. Ich erinnere nochmal : Lange Teigführung! Donnerstags wird der Teig dann noch ein bisserl gepflegt und vorbereitet, Freitags gehen dann bereits um 3 Uhr morgens die Lichter in der Backstube an und die drei Steinöfen werden (elektrisch) angefeuert.
Danach entstehen in traditioneller Handarbeit unterschiedliche Brotsorten, Weizen- und Dinkelweckerl, Speck- oder Salzstangerl. Dazu gesellen sich noch Brioche, Zuckerkipferl, Mohn-, Nuss- oder Zimtschnecken und Striezel (der ist absolut köstlich). Für die, denen Dinkelgebäck lieber ist, holt Eva die Dinkelwolken aus dem Ofen. Hab ich natürlich auch schon probiert und die schmeckt richtig gut.
Seit der Wiedereröffnung nach dem furchtbaren Hochwasser zählt auch ein Holzofen zu den tüchtigen Mitarbeitern bei Brot & Feines. Der wird freitags um 4.30 Uhr befeuert, damit ihr dann ab etwa 10.30 Uhr frisches Holzofenbrot erwerben könnt.
Saisonal hupfen dann so Gustostückerl wie Faschingskrapfen, Laugenstangerl (im Herbst) oder „Brioche-Krampus“ rund um den 5. und 6. Dezember in die Verkaufskörbe.
Speziell für Ostern könnt ihr auch Schinken im Brotteig vorbestellen (Aber Achtung! Begrenzte Stückzahl, daher so früh wie möglich bestellen).
Darf’s ein bisserl mehr sein?

Weil es in Judenau keinen anderen Nahversorger gibt, hat sich Eva mit Produzenten aus der Region zusammen getan. In den Regalen findet ihr deshalb auch Wurst, Teigwaren, Erdbeerwein vom Zachhalmel, Eierlikör von Martina Höfinger (aus Ollern) und viele weitere Lebensmittel, die zum größten Teil aus dem Tullnerfeld bzw. aus dem Bezirk kommen.
Sogar Olivenöl gibt’s im Hofladen. Zugegeben, das stammt nicht aus der Region. Aber von einer lieben Freundin Evas, die es nach Griechenland verschlagen hat …
Fisch-Esser dürfen sich auch freuen: Zwar nicht ganz regional, weil ich weiß ehrlicherweise gar nicht ob Fisch aus der Donau tatsächlich bekömmlich wäre. Aber ihr bekommt hier im Hofladen zarte Filets (abgepackt) von Lachs- und Regenbogenforellen sowie Saiblinge vom Thorhof (aus Hohenberg bei Lilienfeld), die in kristallklarem Gebirgswasser aufgezogen wurden. Wer frischen Fisch bevorzugt, kann gern vorbestellen. Eva sagt euch dann, wann die nächste Lieferung ansteht!
Ins Auge gestochen sind mir dann Gläschen mit Tullnerfelder SAFRAN! Eines der teuersten Gewürze der Welt wird hier im Tullnerfeld angebaut. Genau genommen in Zöfing und somit nur einen Steinwurf von Judenau entfernt. Wie cool ist das denn bitte?
Und dann noch Kaffee von der kleinen Rösterei Insam, die ihren Betrieb in Wilfersdorf (Tulbing) angesiedelt haben.
Ehre wem Ehre gebührt …
Übrigens mag ich persönlich den Striezel von Eva echt gern. Denn auch der hat Sauerteig als Basis und für den ist mir kein Weg zu weit … Sowohl zu Ostern als auch zu Allerheiligen ist der nämlich mein liebster Frühstücks-Buddy.

Bei der Ab-Hof-Messe in Wieselburg befand man 2023 jedenfalls, dass der Brioche-Striezel vom Hagl-Hof äußerst preisverdächtig ist und deshalb fuhr Eva dann auch mit der Goldmedaille heim.
Und mit einer weiteren in Bronze. Die hat sie nämlich für ihr Roggenkrusten-Bauernbrot eingeheimst!
Also kann ich mit meinem Geschmacksnerv so falsch nicht liegen, oder?
Dass ich das Brot und Gebäck toll finde ist eine Sache. Das aber auch eine Jury davon begeistert ist, ist eine andere.
Falls ihr nun Lust bekommen habt, mal bei Evas Hofladen vorbei zu kommen, hab ich hier den Link zu ihrer Website für euch. Da könnt ihr ein bisschen gustieren und gleich den Bleistift für eure Einkaufsliste zücken.
Nehmt euch ein bisserl Zeit
Damit ihr euch auch auf ein kleines Päuschen niederlassen könnt, stehen sowohl im Hof als auch direkt im Verkaufsladen ein paar Sitzgelegenheiten für euch zur Verfügung. Da könnt ihr nachmittags bei einem Kaffeetscherl gleich ein frisches Kipferl oder eine Zimtschnecke dazu verputzen.
ODER: Ihr gönnt euch direkt hier bei Brot & Feines das Hof-Frühstück. Das zaubert die Eva nämlich jeden Freitag und Samstag für ihre Gäste. Da könnt ihr mit den klassischen österreichischen Leckerlis wie Schinken, Käse, Gemüse und Marmelade in den Tag starten. Begleitet von frischem Brot & Gebäck.
TIPP: Da Eva nur 8 Sitzplätze hat, müsst ihr bitte unbedingt reservieren, denn das Hof-Frühstück ist wirklich sehr beliebt.

Wichtig zu wissen: Da der Hagl-Hof gelegentlich auch mal Urlaub macht, schaut sicherheitshalber auf die Website BEVOR ihr nach Judenau düst. Dort ist immer aktuell eingetragen, wann der kleine Laden ausnahmsweise mal geschlossen bleibt.
Ihr könntet euren Ausflug nach Judenau übrigens auch mit einem Kaffee oder Tee samt Scones in der Sconery, die ebenfalls in Judenau angesiedelt ist, verbinden. Oder wie wär’s mit einem feinen Mittagessen beim Reif in Judenau (das Gasthaus ist mein persönlicher Geheimtipp für euch).
Ich wünsch euch auf alle Fälle recht viele genussvolle Momente mit all den feinen Köstlichkeiten aus unserer Region. Bis bald und liebe Grüße
die Tullnerin
Hinweis: Die bezahlte Kooperation für den ursprünglichen Blogbeitrag entstand bereits im März 2023. Die komplette Überarbeitung nach dem Jahrhundert-Hochwasser und kleinere Korrekturen und Anpassungen entstanden aber im Lauf der Jahre ohne Zuwendung seitens Brot & Feines. Sie spiegeln meine Meinung und Erfahrungen wider und sollen meinen Lesern als wertvolle Info über die Region Tullnerfeld dienen.


