Workshops

Wer rastet, der rostet. Sagte schon mein Opa. Drum sollt man niemals aufhören zu lernen. Und wo kann man das am Besten machen? Bei Workshops natürlich. Mitunter ist es etwas schwierig herauszufinden, was wann wo angeboten wird. Neben der Volkshochschule bieten aber auch noch einige Unternehmen Kurse zu den unterschiedlichsten Themen an.

Also bleibt neugierig und wissbegierig. Denn wer rastet, der rostet …

Der Mann, der in die Sterne schaut …

Der Mann, der in die Sterne schaut …

Ein utopisch anmutendes Etwas …

Bereits vor etwas mehr als drei Jahren wunderte ich mich über eine seltsame Dachkonstruktion. Eine merkwürdige weiße Kugel – platziert auf einem Dach in der Tullner Königstetter Straße. Ich konnte dieses Ding beim besten Willen nicht zuordnen. Egal, von welcher Perspektive ich es auch betrachtete.

Ich kam zum Schluss, dass es einfach ein neumodisches Zeug wäre und ich vermutlich wieder mal nicht up-to-date sei. Das ist das Ärgerliche am Älterwerden. Man verpasst immer öfter irgendwie den Anschluss in unserer schnelllebigen Zeit. Etwas beruhigt hat mich dann jedoch die Erkenntnis, dass auch meine allerliebsten Sprösslinge – mittlerweile erwachsen – in völliger Unkenntnis bezüglich dieses riesigen Dach-Golfballs waren.

Kuppe mit Teleskop
Kuppe mit Teleskop

Wie der Zufall so will, traf ich nun einen flüchtigen Bekannten aus Teenagerzeit wieder und wir kamen ins Gespräch. Und ich kann mein Glück kaum fassen. Das Rätsel um die Kugel ist gelöst.

Wenn einer in die Sterne schaut …

… dann kann das in Tulln nur Hilmar Ott sein. Der gelernte Wirtschaftsingenieur für Maschinenbau hat sein Interesse für die Milchstraße & Co. schon früh entdeckt. Bei einem gemütlichen Plausch im Café erzählte er mir dann ein bisschen mehr davon. Und was es mit der Kugel-Konstruktion auf seinem Dach auf sich hat.

Die Sterne faszinieren Hilmar bereits seit Kindheitstagen. Ausschlaggebend dürfte da vermutlich die Mondlandung gewesen sein, die er damals im Fernsehen sah. Während seine Oma noch ungläubig verlautete: “Wer weiß, ob das überhaupt wahr ist”, war für den Buben im Volksschulalter dieses Ereignis der Startschuss für sein liebstes Hobby.

Da sein Interesse auch während der Teenagerzeit den Sternen galt, durfte er zum 15. Geburtstag sein erstes größeres Teleskop sein eigen nennen.

Knapp vor der Matura baute Hilmar dann gemeinsam mit einem Freund ein weiteres Teleskop. Einige Zeit später schliff er auch seinen ersten astronomischen Spiegel selbst. Wieder mit Unterstützung des Freundes. Zusätzlich gab’s aber auch Hilfestellung von einem Bekannten, der am Astronomischen Institut tätig war, sowie vom TGM Wien und der Fachschule für Flugtechnik.

Teleskop
Zum Sterne schauen

Das Interesse blieb ungebremst. Nur was macht man damit? Da es eine geradezu irrwitzige Idee gewesen wäre, Astronaut zu werden und auch ein Studium für Astronomie eher brotlose Aussichten bescherte, entschied sich Hilmar für eine fundierte Ausbildung. Und zwar im technischen Bereich. Nicht unbedingt die schlechteste Wahl, zudem er nun weniger technisch begabten Menschen mit deren Smartphones, PCs und Tablets ziemlich auf die Sprünge hilft – aber das ist eine andere Geschichte …

Wie so oft im Leben muss man seine Träume dann ein bisschen zur Seite schieben. Berufsausbildung, Familiengründung, Hausbau … Die üblichen Verdächtigen halt. Hilmar blieb den Sternen aber verbunden, tauscht sich mit Gleichgesinnten aus und unternimmt auch Reisen in Gebiete, die weniger “Lichtverschmutzung” aufweisen. Denn diese ist mittlerweile auch in Tulln ein großes Problem. Man sieht die Sterne einfach nicht mehr so klar, da dafür absolute Dunkelheit notwendig wäre.

Montage Sternwarte
Montage Sternwarte

Vor fünf Jahren war es dann so weit. Alle Baugenehmigungen waren eingeholt und die passende Kuppel gefunden. Nun nennt Hilmar am Dach seines Wohnhauses eine eigene kleine Sternwarte sein Eigen. Auch hat er bereits mit den Arbeiten an einem noch größeren Teleskop begonnen. Geht’s nach den Vorstellungen des Hobbyastronom, so soll es eines der größten Fernrohre zur Sternbeobachtung Österreichs werden.

Workshop Sternbilder oder Wer findet den kleinen Wagen?

Um mehr Menschen für die faszinierende Weite des Weltalls zu begeistern und vor allem auch die oft unbekannten Sternbilder zu zeigen, bot Hilmar im vergangenen Herbstsemester einen Workshop über die Volkshochschule in St. Andrä-Wördern an. Sollten sich in Tulln und Umgebung ausreichend Interessenten melden, so ist für April ein neuerlicher Workshop geplant. Vermutlich auf der Figl-Warte am Tulbinger Kogel.

Voraussetzung ist jedoch eine gewisse Spontanität der Teilnehmer, da der Workshop natürlich sehr stark vom Wetter abhängig ist. Infos dazu kann man direkt bei Ing. Hilmar Ott erfahren. Entweder telefonisch unter: 0664/313 44 87 oder Ingenieurbuero.Tulln@gmail.com

Mondfinsternis 2018
Mondfinsternis

Für alle, die schon etwas”Vorglühen” wollen, bietet sich jetzt am 21.01.2019 eine totale Mondfinsternis an. Allerdings muss man dazu recht früh aus dem Bett. Etwa um 04.30 Uhr geht’s nämlich schon los. In Österreich ist der “Blutmond” bis zum Ende der Kernschattenphase um 06.44 Uhr zu sehen, dann wird es allmählich hell und somit sieht man die weiteren Phasen der Mondfinsternis nicht mehr so gut. Also raus aus den Federn und bewundert unseren Erdtrabanten. Bleibt nur zu hoffen, dass das Tullnerfeld nicht unter dicken Wolken eingebettet ist …

Liebe Grüße

die Tullnerin

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Veilchenblau – zurück zur Natur

Veilchenblau – zurück zur Natur

Veilchenblau hört sich irgendwie lieblich an. Aber aus dem Namen lässt sich nicht grad ableiten, was  Veilchenblau eigentlich ist.

Also höchste Zeit, ein bisschen Licht in die Sache zu bringen.  Beitrag ansehen

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Ich werd mal schnell zur Kräuterhexe

Ich werd mal schnell zur Kräuterhexe

Gegen alles ist ein Kraut gewachsen. Sagte schon meine Oma. Und da unsere Vorfahren ja keine Dummköpfe waren, hatte sie da sicher recht. Jetzt wollte ich es auch ein bisschen genauer wissen. Und da bot sich doch ein Kräuterworkshop an. Bei der “Brennnessel-Hexe” in Graz. 

Kleiner Gartenhelfer

Der Tag begann sonnig und ich war sehr gespannt, was mich erwarten würde. Schließlich fand der Kräuterworkshop im Privatgarten der “Kräuterhexe” statt. Auf den ersten Blick eine kleine Siedlung mit schmucken Einfamilienhäusern. Dann der erste Schritt auf das Grundstück. Zehn oder mehr Kursteilnehmer. Mitten drin: die Kursleiterin Gabriele. Das Grundstück verwildert, verwuchert, verwunschen. Kurz war ich mir nicht sicher, ob meine Entscheidung richtig war. Wirkte doch alles sehr unorganisiert und ein bisschen diffus.

ABER: Keine 5 Minuten nachdem Gabriele Skledar zu erklären und sprechen begann, war es klar. Es würde ein super Tag werden. Mit Tinkturen ansetzen. Mit Kräutersalben rühren und natürlich mit der genaueren Inspektion der hier so dicht miteinander verwachsenen Pflanzen. Und das alles gewürzt mit bestem steirischen Dialekt und einer Riesenportion Humor. Einfach. Umkompliziert. Echt. Genial. Die Brennnesselhexe Gabriele ein Unikum, die mein Herz im Sturm erobert hat.

Schafgarbe
Schafgarbe

Ich sah Pflanzen, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Wie den Alant. Eine Heilpflanze, die früher in jedem Bauerngarten zu finden war. Viele Wildkräuter kannte ich nur vom Sehen. Wie zB. Beinwell. Der schnell Abhilfe nach Insektenstichen schafft. Einfach das Blatt zwischen den Fingern zerreiben, damit der Pflanzensaft freigesetzt wird und damit den Stich abdecken. Nimmt sofort die Entzündung.

Die gleiche Wirkung haben auch Spitzwegerichblätter. Einfach toll. Denn wer hat nach einem Wespenstich bei einer Wanderung schon die Salbe aus der Apotheke bei der Hand. Spitzwegerich oder Beinwell sind da schneller verfügbar.

Was ich sicher daheim ausprobieren werde: Die vielen Tipps, die uns Gabriele für die Gundelrebe mitgab. Dieses Wildkraut wächst in jedem Garten (sofern man nicht Unmengen Unkrautvernichter einsetzt). Sie schmeckt leicht bitter und regt daher Galle und Leber an. Verwendbar für Salate und Smoothies. Aber auch für Tee oder Presssaft. Ja stimmt. Wenn man die kleine Gundelrebe im Entsafter auspresst, kommt tatsächlich nur ein Kaffeelöffel Saft zustande. Aber das reicht. Einige Tage hintereinander angewendet, ist man dann tatsächlich entgiftet. Denn dafür ist dieses Kraut bekannt. Für die starke Entgiftung.

Zitronenmelisse
Zitronenmelisse

Der Tag verging rasend schnell. Wir waren uns alle einig, dass wir noch stundenlang den Erklärungen und Geschichten hätten folgen können. Und bei einem weiteren Thema waren wir uns ebenfalls alle einig: Es ist tatsächlich gegen alles ein Kraut gewachsen. Ich bleib dran an diesem Thema. Scheint so als hätte ich Blut geleckt …

Liebe Grüße

Eure Tullnerin

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