Grüne Ideen

Auch Kleines kann Großes bewirken oder versuch mal zu schlafen, wenn eine Gelse im Zimmer ist …

Frei nach diesem Motto versuche ich, jedes Monat wieder eine Kleinigkeit in meinem Leben ein bisschen nachhaltiger und grüner zu gestalten. Hilfreich sind mal Filme, mal wieder Bücher. Ein anderes mal lerne ich wieder inspirierende Menschen kennen, deren Tun und Wirken mir gefallen.

Lasst euch einfach anstecken von den Grünen Ideen!

Rainbowsend oder wo es sich gut träumen lässt …

Rainbowsend oder wo es sich gut träumen lässt …

Ich schätze mich durchaus glücklich, hier in Tulln leben zu dürfen. Weil ich schöne Dinge liebe. Allen voran schöne Gärten. Vermutlich wurde ich bereits in Kinderjahren infiziert. Vielleicht in Omas Garten? Oder doch schon mit der Muttermilch? Jedenfalls ist der “Garten-Virus” definitiv nicht heilbar. Da muss ich wohl damit leben. Also trifft es sich hervorragend, dass sich Tulln zu Österreichs Top-Gartenstadt gemausert hat. Und mich immer wieder inspiriert …

auf Erkundungstour
auf Erkundungstour

Wir Tullner haben sowieso die allertollste Donaulände weit und breit (ein bisschen Eigenlob darf sein). Dazu noch einen wunderschönen Stadtpark, “Die Garten Tulln”, das malerische Aubad und gefühlte 1000 Gärtnereien, die mich zum Shopoholic mit Gummistiefel und Scheibtruhe werden lassen. Als Draufgabe gibt’s auch noch private Schaugärten. Die wunderbar als Ideenschmiede für den eigenen Traumgarten dienen. Einen davon hab ich kürzlich besucht. Und zwar RAINBOWSEND vonUschi und Herbert Weber in Langenlebarn. Absolut traumhaft!!!

Es begann vor 20 Jahren …

Schon beim Betreten des Grundstückes fühlt man sich ein bisschen ins vorige Jahrhundert versetzt. Kein Wunder. Das adrette Häuschen stammt aus der Gründerzeit und wurde 1910 erbaut. Im Jahr 1999 fanden die heutigen Besitzer Herbert und Uschi sowie das Haus zusammen. Quasi Liebe auf den ersten Blick. Die beiden waren sich sofort einig, dass nur diese Immobilie für sie infrage kommen würde und so wurde baldigst von Wien nach Langenlebarn übersiedelt.

Uschi selbst besitzt mittlerweile über 300 Gartenbücher und gestaltet für ihr Leben gern. Genauso wie ihr angetrauter Herbert. Sie unternahmen sogar Garten-Reisen nach England, um sich danach sofort mit Feuereifer ans Umsetzen zu machen. Angesichts der Unmengen an größeren Steinen im Asiagarten sicher Schwerstarbeit. Aber ist erst mal das Gartenfieber ausgebrochen … Wie eingangs erwähnt – dieses Virus ist nicht heilbar 😉

Innerhalb von 5 Jahren entstanden dann Zug um Zug die verschiedenen Gartenräume. Als Natur-im-Garten-Mitglied wird natürlich sehr auf ökologische Schädlingsbekämpfung geachtet. Neben Nützlingshotels findet sich hier deshalb auch Vogelfutterplätze, wo ganzjährig zugefüttert wird. So lockt man fleißige Helfer wie z. B. Meisen im Kampf gegen Zünsler und Läuse auf das Grundstück.

Man geht nie zweimal in den gleichen Garten …

Rose
Rose

Gärten sind lebende Elemente, zu jeder Stunde sind sie irgendwie und irgendwo ein bisschen anders. Mal blüht hier etwas auf, mal kommt dort ein Dekostück dazu. So zogen im Lauf der Zeit zahlreiche Keramikfiguren aus der eigenen Keramikwerkstatt ein, die Eibenhecke wurde durch eine nostalgische Ziegelstein-Mauer ersetzt (wie praktisch – nun entfällt das mühsame Heckenschneiden) und der Brotbackofen fand 2018 im Englischen Garten seinen Platz.

die Garten(t)räume

Das Grundstück ist zwar nur 13 Meter breit, aber beachtliche 85 Meter lang. Also ein Schlauch, der gestalterisch eine große Herausforderung ist. Jedoch konnten auf diese Art und Weise verschiedene Gartenräume entstehen. Und die möchte ich euch jetzt ein bisschen zeigen …

Willkommen bei Rainbows End
Willkommen bei Rainbows End

Im Vorgarten befinden sich herrliche Rosensträucher und eine Holzbank. Die zwar nicht zum Sitzen dient, aber als Bühne für unterschiedliche sommerliche Blumenarrangements in Töpfen. Der Weg führt entlang eines Holzzaunes, der mit allerlei Deko geschmückt ist. Einfach dem Weg Richtung Keramikatelier folgen. Dort befindet sich der erste größere Gartenteil mit einem überdachten Sitzplatz und Brunnen samt Wasserbecken. Hier hatte ich mein erstes Wow!

Charmanter Landhausstil
Charmanter Landhausstil
fröhliche Deko Rainbows End
fröhliche Deko Rainbows End

Alles, wirklich alles, ist so liebevoll gestaltet. Hier kann man es echt aushalten. Das beruhigende Plätschern des Wasser. Der überdachte Sitzplatz, das einladende helle Atelier. Und überall Deko-Objekte, die das Tüpfelchen am i sind. Ich konnte kaum erwarten, was mich im nächsten Gartenraum erwarten würde.

Mein persönlicher Favorit …

Brotbackofen
Brotbackofen im englischen Garten

Hier hüpfte mein Gärtner-Herz höher. DER PERFEKTE Garten für mich. Wie aus einer Zeitschrift gesprungen. Als Kreis angelegt, in der Mitte üppig blühende Rosen, rundum Funkien, Blattstauden und Bäumchen wie z. B. Mispel und Kriacherl. Und dann als absolutes Highlight: der Brotbackofen! Hier wird nicht nur Brot, sondern auch Pizza gebacken. Spätestens jetzt spürte ich kurz den Wunsch, mich entweder von Uschi adoptieren zu lassen oder zumindest als Gartengehilfe anzuheuern.

Asia-Garten
Asia-Garten

Weiter ging’s dann zum Asia-Garten. Obwohl ich kein großer Fan von Steinen im Garten bin, muss ich gestehen: Der Asia-Teil hat was. Neben Fächer-Ahorn und Rhododendren leben hier unzählige Azaleen. Leider ist die Hauptblüte vorüber, aber trotzdem besticht dieser Garten durch seine Farben und die Gestaltung. Sogar Szechuan-Pfeffer wächst hier gemütlich vor sich hin.

Seitlich des Asia-Gartens haben Uschi und Herbert noch einen weiteren Garten angelegt. Nämlich den Gemüsegarten. Mit einem entzückenden Gartenhäuschen, in dem fein säuberlich geordnet und geschlichtet alles, was der Garten-Junkie zum täglichen Garteln benötigt, zu finden ist. Fazit: Sogar Gemüsegärten können äußerst dekorativ sein …

Knusperhäuschen
Knusperhäuschen

Last but not least …

Als Highlight wurde der Garten dann auch noch um einen Schwimmteich mit Badehaus erweitert. Hm. Also wenn mich Uschi und Herbert nicht adoptieren möchten, dann könnte ich vielleicht auch als Poolboy – sorry – meinte natürlich Teichgirl anheuern.

Hier gefällt es übrigens nicht nur mir und der ganzen Weber-Family, sondern auch Fröschen und sogar einer Tante Ringelnatter. Gott sei Lob und Dank ist die aber eher scheu und so konnte ich ohne Begegnung der schreckhaften Art eine Runde um den Teich machen.

Schwimmteich
Schwimmteich

Termine für den offenen Garten …

Für alle, die sich RAINBOWSEND nun auch gern anschauen möchten: Ab 15. Juni 2019 finden in Tulln wieder die Garten Festwochen statt. Aus diesem Grund öffnen Uschi und Herbert ihren Schaugarten an folgenden Tagen: Samstag, den 15. Juni / Sonntag, den 16. Juni / Donnerstag, den 20. Juni und Sonntag, den 23. Juni von 10.00 bis 18.00 Uhr. Ihr findet den Schaugarten in 3425 Langenlebarn, Bahnstraße 19. Der Eintritt während der Garten Festwochen ist frei.

Blumenscheiben aus Keramik
Blumenscheiben aus Keramik

Übrigens hat natürlich auch die Keramikstube an diesen Tagen geöffnet. Schaut rein, da gibt’s tolle Deko für den Garten.

Keramikpilz
Schwammerl aus der Keramikwerkstatt

Also dann – liebe Grüße und ich bin dann mal in meinem Garten … 😉

die Tullnerin

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Waldbaden am Schritteweg

Waldbaden am Schritteweg

In Tulln gibt’s echt viele schöne Eckerl zum Spazieren gehen, Natur genießen, sporteln und relaxen. Eines dieser schönen Platzerl befindet sich zwischen Seerosen-Brücke und Garten Tulln. Und das ist alles andere als langweilig!

Postadresse Schritteweg? Fehlanzeige …

Schon seit Jahren gibt es den “Schritteweg” in Tulln. Nein, das ist keine Adresse im Stadtgebiet. Sondern eine Einladung für alle. Eine Einladung, sich zu bewegen. Denn es gibt ja die ärztliche Empfehlung, täglich 10.000 Schritte zu gehen. In einer Zeit, wo man immer unter Zeitdruck steht und deshalb viele Strecken per Auto oder Fahrrad zurück legt, kein leichtes Vorhaben. Das hört sich jetzt ein bisschen fad an. Ja. Geb ich zu. Aber nur auf den ersten Blick …

Tut gut Schritteweg
Tut gut Schritteweg

Es kommt nämlich auf den Blickwinkel an. Wenn man nämlich dabei den Geruch des Waldes einatmet, den Specht klopfen hört. Eichkätzchen und manchmal auch Rehe beobachten kann. Die Pflanzen von Bärlauch bis Holunder wahrnimmt und den ganzen Reichtum der Natur bemerkt … Dann ist das alles andere als fad. Sondern einfach nur Erholung pur. Da kann sogar das Beobachten einer Schnecke pure Stressbekämpfung sein. Gratis noch dazu!

Weinbergschnecke in Action
Weinbergschnecke in Action

Leider hab ich schon oft bemerkt, dass die allermeisten Tullner keine Ahnung vom Schritteweg haben. Also bin ich um Aufklärung bemüht. Und möchte euch ein bisschen Lust und Appetit auf “Waldbaden” machen.

Hier geht's lang ...
Hier geht’s lang …

Hier geht’s lang …

Gestartet wird bei der Tafel, die in der Nähe des Kinderspielplatzes an der Donaulände steht (Richtung Seerosenbrücke). Dann geht es über die Brücke weiter in Richtung Garten Tulln. Die Gemeinde hat erst kürzlich sämtliche gelbe Wegweiser erneuert, damit sie nun auch gut erkennbar sind und man nicht vom Weg abkommt. Abkürzungen nehmen und schummeln ist nämlich nicht sinnvoll. Schließlich will man ja die etwa 5.000 Schritte schaffen. Ist ohnehin erst die halbe Miete. Aber besser wie nix, oder?

Thementafel 1
Thementafel 1
Hängematte zum Wald genießen
Hängematte zum Wald genießen

Zeit für kleine Genuss-Pausen

An verschiedenen Stellen wurden Themenschilder aufgestellt. Wie zum Beispiel gleich am Beginn des Waldbereichs. Dort findet man auch sechs Hängematten, um die Seele baumeln zu lassen. Ich sag’s euch. Das ist absolut genial. Wie Urlaub! Dolce far niente!!! Das süße Nichtstun!!!

Dann geht’s weiter Richtung Garten Tulln. Dort findet ihr die zweite Thementafel mit ein paar Tipps. Aber dann schnell weiter. Über den Platz drüber und Richtung Parkplätze spazieren. Nach den Parkplätzen achtet wieder auf das gelbe Taferl. Ihr müsst nun nämlich wieder in die Au rein. Zumindest in das was von der Au noch da ist. Ihr kommt dann unweigerlich zur Böschung neben der Großen Tulln. Einfach weiter gehen, bis die nächste Raststelle kommt.

Pause
Zeit für das nächste Päuschen

Bei Tafel Nummer drei – finde ich – kann man getrost einen Zwischenstopp einlegen. Dann wieder zurück in den Wald. Ihr kommt nun auf eine schmale Straße parallel zur Badehaus-Siedlung. Hier seh ich regelmäßig Rehe und Eichkätzchen. Also Augen auf!!!

Achtet aber auf die gelben Hinweisschilder, denn ihr müsst dann von der Straße bald wieder weg und links abbiegen. Richtung Kunstwerk “Affe”. Gut – verlaufen kann man sich in Tulln nicht wirklich. Aber trotzdem kommt man schnell vom ursprünglichen Weg ab, wenn man die gelben Schilder ignoriert.

Nächste Thementafel
Zeit zum Innehalten

Und jetzt: Einfach ein kleines Päuschen gönnen und Trinkflasche oder Jause auspacken. Aber bitte Müll auch wieder mitnehmen, damit die Natur Natur bleibt. Denn Mülleimer sind hier rar, weil mühsam für die Gemeinde, diese i Wald regelmäßig zu entleeren.

Fast geschafft …

Wenn ihr euch vom Wald wieder trennen könnt, was manchmal schwerer fällt als man denkt, geht’s weiter. Über eine schmale Brücke Richtung Donaulände. Und jetzt werdet ihr mit einer prächtigen Kastanienallee an der herrlichen Donau belohnt. Von hier aus geht es dann direkt wieder zurück ins pulsierende Leben der Stadt.

stattliche Kastanien an der Donau
stattliche Kastanien an der Donau

Für die ganze Runde braucht man schon eine gute Stunde. Oder auch länger, wenn ihr die Ruhe und den Wald genießt. In dieser Zeit wird eure Batterie so richtig aufgeladen. Ich liebe das “Waldbaden” – einfach FANTASTISCH!

Info, die Hoffnung macht
Info, die Hoffnung macht

Einziger Wermutstropfen ist leider die extreme Abholzung, die uns das Eschensterben (mehr dazu hier) beschert hat. Zwar wurde fleißig aufgeforstet. Aber die Bäumchen sind noch so zart, dass man zweimal schauen muss, um sie zu sehen. Aber man muss das positiv sehen. Denn zwar haben uns die Eschen verlassen, aber dafür wurde Platz für viele unterschiedliche Laubbäume geschaffen. Einem gesunden Mischwald steht somit nichts mehr im Wege. Auf das bald wieder Eichkätzchen von Baum zu Baum springen!

Jungbäumchen
Auf das sie wachsen und gedeihen

Ich freu mich jetzt schon direkt wieder auf meine nächste Runde am Schritteweg. Weil “Waldbaden” ist was herrliches.

Also dann – liebe Grüße und probiert ihn aus, unseren Schritteweg! Würde mich sehr über eure Kommentare dazu freuen!

die Tullnerin

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Echt jetzt?

Echt jetzt?

Die letzten Februartage waren mild und sonnig. Ein Grund, jede frei Minute raus zu gehen. Die Sonnenstrahlen tun gut nach den Wintermonaten. Dabei hab ich natürlich schon Ausschau nach dem ersten Grün gehalten. Hab ich auch tatsächlich gefunden. Allerdings etwas anders als ich erwartet hätte.

Neue botanische Entdeckung? Der Flaschenstrauch!

Neue Pflanze Glasbusch?
Neue Pflanze Glasbusch?

Entlang der Straße beim Roten Kreuz in Richtung Kleiner Tulln gibt’s so ein kleines Wäldchen. Und da fand ich doch tatsächlich bereits etwas Grün an so manchen Sträuchern. Allerdings nicht zartes Blattwerk sondern dunkles Flaschen-, Plastik- und Aludosengrün. Oh wie toll. Da wachsen doch tatsächlich Fläschchen an einem Baum. Ich hab wohl gerade eine neue Baumgattung entdeckt …

Keine zwei Meter daneben. Noch eine neue Art. Der Aludosen-Baum. Ich traute meinen Augen nicht.

Wächst Alu jetzt auf Bäumen?
Wächst Alu jetzt auf Bäumen?

Ich frage mich, welche Scherzküberl auf so einfältige Ideen kommen. Was hat das in der Natur verloren? Wie sieht es bei diesen Leuten wohl daheim aus? Hm! Was würden die wohl sagen, wenn ich auf Besuch komme und so nebenbei meinen Mistkübel in deren Wohnzimmer entleeren würde?

Müllvermeidung ist ja wohl kein Randthema mehr. Das Problem mit Massenkonsum und Plastik kennt mittlerweile jedes Kind. Solche Bilder verärgern mich. Unsere Natur ist keine Müllhalde!!! Und in Tulln stehen ausreichend Mülleimer zur Verfügung.

"Frisches Grün" im Wald
“Frisches Grün” im Wald

Mein Vorschlag: Wenn man solche Leute inflagranti erwischt, für mindestens sechs Monate zu wöchentlichen Reinigungsdienst-Ausflügen in Wald und Flur abkommandieren. Bei jedem Wind und Wetter. Vorzugsweise den ganzen Samstag und Sonntag. Nix mit Party, Clubbing & Co. sondern ab in die Botanik zum Saubermachen.

Tut das Not?
Tut das Not?

Ich geh ja stark davon aus, dass es sich da um halbstarke Jugendliche bzw. sehr junge Erwachsene handelt. Vielleicht sollt man statt Schulausflügen, die den Eltern mitunter ganz schön teuer kommen, die jungen Herrschaften zu Nachhaltigkeits- und Umweltschutzstunden heranziehen? Dann würden Mc Donalds-Sackerl & Co. vermutlich nicht mehr beim Autofenster hinaus direkt am Feld entsorgt werden.

Weil cool und lustig ist das nicht, sondern nur bescheuert!!!

Wie seht ihr das? Freu mich auf eure Kommentare.

Liebe Grüße

die Tullnerin

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Naschgarten für alle

Naschgarten für alle

Vor einiger Zeit schon entdeckte ich im Bereich des Schiele-Museums ein kleines Gärtchen. Mit einem Holzzäunchen begrenzt. Sowie auch mit Hinweistafel versehen, dass es ein “Natur im Garten”-Projekt sei. Ihr habt es vermutlich schon erraten. Es handelt sich um den 1. Tullner Kräuter-Naschgarten.

Kräuter-Naschgarten
Kräuter-Naschgarten

Gegründet wurde der 1. Tullner Kräuter-Naschgarten von Ing. Michaela Nikl. Und zwar bereits im Juli 2015. Warum und weshalb hat sie mir bei einem Kaffeeplauscherl erzählt.

Der Weg zur Praxis war schiarch …

Michaela hatte im angrenzenden Haus die Praxisräume für ihr noch junges Unternehmer-Netzwerk “Lebenszeichen” und ging tagtäglich an dem wenig ansprechenden Plätzchen vorbei. Naturgarten ist ja schön und gut. Aber DAS! Nun – hier handelte es sich wahrlich um keine Augenweide. Also beschloss sie, aktiv zu werden.

Naschgarten – Vorher
Naschgarten – Vorher

Nun gibt es in Tulln ja seit einigen Jahren Grünraum-Patenschaften. Also nahm Michaela kurzerhand mit der Gemeinde Kontakt auf. Sie wollte jedoch nicht einfach nur Blumen oder Sträucher setzen. Sie wollte Urban Gardening nach Tulln bringen. Der Vorschlag wurde mehr als gut aufgenommen, der Kontakt mit dem Stadtgärtner Mario Jaglarz umgehend hergestellt.

Alle halfen mit …

Schon bald wurden dann mit vielen fleißigen Helfern (Weggefährten der Praxis Lebenszeichen) gegraben, begradigt und Steine für den Weg verlegt. Mit Feuereifer dabei auch Michaelas Sohn Christoph, der gerade mal sechs Jahre alt war. Was beweist, dass auch Kindern garteln einfach Spaß macht.

Der Beginn
Der Beginn

Die Gemeinde sponserte im Rahmen der Grünpatenschaft einen Großteil der Pflanzen. Während der Pflanzung stand Stadtgärtner Mario mit Rat und Tat zur Seite. Aber es wurde nicht nur Essbares gepflanzt, womit ich nun auch gleich den Übergang zu Weiden hätte: Als AugenWEIDE wurde nämlich auch ein WEIDEN-Dom aufgestellt.

Es wird schon langsam
Es wird schon langsam
Es ist vollbracht
Es ist vollbracht

Gleich nebenan dann noch eine Bankerl zum Verschnaufen. Gärtnern ist ja mitunter anstrengend, da muss ein Päuschen wohl erlaubt sein.

zum Blaumachen
zum Blaumachen

Allerdings hat ihr mittlerweile Wind und Wetter stark zugesetzt und sie schaut etwas mitgenommen aus. Vielleicht findet sich ja an dieser Stelle auch jemand, der sich ihrer annehmen könnte? Sie vielleicht ein wenig verarzten (sprich neu streichen) könnte?

in die Jahre gekommen
in die Jahre gekommen

Alles in allem haben viele Menschen zusammengeholfen und aus dem unscheinbaren Fleckchen Erde etwas Wunderbares geschaffen. Gemeinsam statt im Alleingang. Das ist einfach toll. Applaus!

Michaela ist insbesondere stolz darauf, dass so viele unterschiedliche Pflanzen gedeihen. Im Laufe der Jahre ist ihre Anzahl durch Ableger und Neuanschaffung noch sehr gewachsen. Einiges hat sie selbst beigesteuert, anderes kam von Freunden und Nutzern des Kräuter-Naschgartens.

Urban Gardening …

Auf kleinstem Raum finden sich nun verschiedene Obstbäume wie Kirsche, Apfel, Birne und Ringlotte. Aber auch Obststräucher wie Aronia, Ribisel, Josta- und Stachelbeere haben hier ein Plätzchen gefunden. Zusätzlich haben die Erdbeeren ihr ursprüngliches Terrain erweitert, Minzarten und Kräuter gedeihen bestens und jetzt im zeitigen Frühjahr sogar Bärlauch. Stellt sich die Frage, ob Michaela auch heuer noch freie Stellen findet, um das eine oder andere Gemüse zu pflanzen.

Ziel war natürlich in erster Linie, den wenig schmeichelhaften Weg zur Praxis zu verschönern. Und dem Ganzen noch Sinn zu geben, indem ein Nutzgarten angelegt wurde. Der jedoch nicht nur für ein paar wenige Menschen da sein soll. Vielmehr handelt es sich um einen Gemeinschaftsgarten, der die Tullner mit frischem Obst und Gemüse erfreuen soll. Natürlich mit Maß und Ziel, damit sich mehrere Menschen daran erfreuen können. Aber grundsätzlich darf jeder mithelfen und ernten.

Helfer sind immer willkommen. Speziell an heißen Sommertagen, wenn die Pflänzchen etwas saftlos da hängen. Da greifen auch schon mal gerne vorbei kommende Spaziergänger zur Gießkanne. Werkzeug und Gießkannen sind übrigens immer vor Ort. Das Wasser kann beim naheliegenden Hydranten geholt werden.

Hydrant beim Naschgarten
Hydrant beim Naschgarten

Wer möchte sich anschließen?

noch im Winterschlaf
noch im Winterschlaf

Rechtzeitig, bevor es mit dem Frühling richtig ernst wird, sind an dieser Stelle alle herzlich eingeladen, die Spaß daran finden, den Garten ein bisschen auszuputzen und frühjahrsfit zu machen. Michaela hat eine Facebook-Gruppe gegründet, wo man sich nicht nur austauschen, sondern auch absprechen kann, wer wann was macht. Also bitte Freiwillige vor und einfach melden bei Praxis Lebenszeichen.

Michaela vor dem Naschgarten
Michaela vor dem Naschgarten

Bei vielen Helferleins sollte eine reiche Ernte im Sommer dann wohl kein Problem sein, da darf dann auch kräftig genascht werden …

Ich wünsch euch viel Spaß beim Garteln im 1. Tullner Kräuter-Naschgarten

die Tullnerin

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Lust auf einen Bienenstock …

Lust auf einen Bienenstock …

(Werbung, da Verlinkung) – Es war einmal ein kleiner Junge. Der sah eines Tages im Kino den Film “More than Honey”. Dieser Film veränderte sein Leben und das seiner Familie. Es sollte der Beginn der großen Bienenliebe und Start für HuBees Bio-Imkerei in Neuaigen direkt vor den Toren Tullns werden.

Honig by HuBee
Honig by HuBee

“Der Zufall geht Wege, da führt die Absicht gar nicht hin”. Dieser Zufall brachte mich bei der Suche nach Bio-Bienenwachs für meine selbst gerührten Salben direkt nach Neuaigen. Zu HuBees, der Bio-Imkerei. Weil’s der Zufall dann auch so wollte, kam ich mit dem Besitzer Bernhard Mayerhofer ins Plaudern. Ich fand die Geschichte so interessant, dass ich beschloss, darüber zu schreiben.

Wie alles begann …

Alles begann 2012, als im Kino der Film “More than honey” lief. Hubertus, damals grad mal zehn Jahre alt, war vom Film und den Auswirkungen des Bienensterbens so entsetzt, dass er beschloss, er möchte aktiv etwas dagegen unternehmen. Mit Hilfe eines Lehrers baute er seinen ersten Bienenstock. Die Eltern, allen voran sein Vater Bernhard, waren ob des Engagements des jungen Mannes sehr beeindruckt und unterstützten ihn bei seinem Vorhaben. Ein Bienenvolk wurde angeschafft, bald ein zweites, dann ein drittes …

Bienenstöcke Au
Bienenstöcke Au

Die Leidenschaft des Sohnes sprang auf Papa Bernhard über. Das ehrgeizige Ziel war, innerhalb von zehn Jahren die Bienenbestände in Österreich zu verdoppeln. Da es aber irgendwann ziemlich ins Geld geht – mittlerweile waren es an die 200 Völker – musste ein Plan gefasst werde. Der da lautete: “Wir bieten Bienenpatenschaften an und vermieten die Bienen”. Das ursprüngliche Projekt von Hubertus nahm immer größere Formen an, der Vater zog mit und so wurde das Unternehmen HuBees gegründet.

Mittlerweile ist Hubertus ein junger Teenager, der zwar nach wie vor gern bei den Bienen hilft. Doch gibt’s mit 17 Jahren viel in der Welt zu entdecken. Das Geschäft ist also derzeit Bernhards alleinige Aufgabe. Er kümmert sich um die Völker, schleudert den Honig, füllt ab und verkauft.

at work
at work

Die kleinen Bienchen veränderten das Leben!

Aus dem Hobby und der Leidenschaft des Juniors hat sich für den Vater ein völlig neues Leben ergeben. Denn um sich der Bio-Imkerei und den tausenden Bienen widmen zu können, hat er seinen Brotberuf aufgegeben. Die bis dahin nebenbei geführte konventionelle Landwirtschaft wurde Schritt für Schritt auf Bio-Landwirtschaft umgestellt.

Honig-Variation
Honig-Variation

Aus ehemals 10 Hektar Monokultur entwickelt sich langsam ein kleines Paradies. Da schnattern nun die Weidegänse unter den Haselnusssträuchern. Demnächst gesellen sich noch Hühner dazu, um fleißig Bio-Eier zu legen. Damit die Schar nicht zu frech wird oder Fuchs und Marder zum Opfer fallen, ist bereits ein Hirtenhund auserwählt, der in Kürze bei den Mayerhofers einziehen wird.

Die ehemaligen Maisfelder sind Heimat für Aroniabeeren, Pekanuss- und Apfelbäume geworden. Die kurz geschnittenen Grünstreifen, die sich mit Hecken und Blühwiesen-Streifen abwechseln, bieten der reichen Vogelschar Futter sowie Nistplätze in den angrenzenden Sträuchern. Also Schädlingsbekämpfung der sanften Art. Sogar Lindenbäume hat Bernhard gepflanzt. Und mitten drin ruhen die Bienenstöcke …

Tja, wie eingangs erwähnt: Der Zufall geht Wege, da führt die Absicht gar nie hin. Die unabsehbaren Folgen eines Kinobesuchs …

Honig von HuBee
Honig von HuBee
Honigwein / Met
Honigwein / Met

Es summt und brummt in allen Gärten …

Die Idee, die Bienenbestände zu vervielfachen, ist nach wie vor die Triebfeder in Bernhards Arbeit. Sie war und ist DER Grundgedanke. Aber nicht nur in Neuaigen, sondern in ganz Niederösterreich und Österreich. Darum ist es ihm auch ein großes Anliegen, die Stöcke über die Sommermonate zu vermieten. Um die Menschen ein Stück zurück zur Natur zu führen. Um Kindern die Beobachtung von Bienen im eigenen Garten zu ermöglich.

Bienenvermietung
Bienenvermietung

Vermietet werden Bienen sowohl an Privatpersonen als auch an Firmen, die Patenschaften übernehmen können. Auch Gemeinden können sich hier anschließen und Bienenstöcke im öffentlichen Bereich aufstellen.

Belohnt wird das nicht nur mit fleißigen Bienen im eigenen Garten, die für die Bestäubung sorgen, sondern auch mit mindestens 5 kg Honig-Garantie (je nachdem ob Miete oder Patenschaft), Imkerfrühstück, Schleuderfest etc. Nähere Infos dazu findet ihr unter Bienenpatenschaft. Anmeldungen sind ab sofort möglich. Die Ausgabe der Bienenstöcke erfolgt nämlich schon ab Anfang April.

Auch Workshops sind möglich …

Auf Anfrage kann man auch Workshops besuchen bzw. buchen. Interessant natürlich für Schulen, wenn der Biologie-Unterricht mal etwas anschaulicher sein darf. Aber auch für Vereine und Gruppen sind kleine Workshops mit anschließendem Verkosten des Honigs buchbar.

Ich für meinen Teil freu mich jedenfalls, meinen Bio-Imker des Vertrauens gefunden zu haben und wer weiß, vielleicht habe auch ich demnächst einen kleinen Bienen-Flug-und-Landeplatz in meinem Garten.

Liebe Grüße

die Tullnerin

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Kooperation mit der Tullnerin

Gerne stehe ich für  werbliche Kooperationen zur Verfügung. Diese werden auch als solche gut erkennbar für die Leser gekennzeichnet. Allerdings behalte ich mir vor, Themen abzulehnen, mit denen ich mich nicht zu 100% identifizieren kann. Das bin ich mir und vor allem meinen Lesern/Leserinnen schuldig.

Für Anfragen bezüglich Kooperationen: info@die-tullnerin.at