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Der Tullner Zehner & der Film “Tomorrow” …

Minoritenkirche Tulln

Wie versprochen, gibt’s heut noch weitere Gedanken zum Thema des Films “Tomorrow – der Film”

Nach Nahrung, Landwirtschaft etc. ging’s um die globale Wirtschaft. Ein Thema, das immer und immer wieder in den Medien angesprochen wird. Da gab es auch schon vor vielen Jahren die Werbekampagne “Fahr nicht fort, kauf im Ort”. Das müsste mittlerweile abgeändert werden in “die Großen fressen die Kleinen” oder so.

Darüber wird auch im Freundeskreis immer wieder diskutiert. Und natürlich wäre es gelogen, wenn ich behaupten würde, ich bekomme alles in Tulln. Das Internet bietet einfach verdammt viel mehr Möglichkeiten. Ich denke, dass hier wie auch bei allen anderen Lebensbereichen gilt: “die Dosis macht das Gift”.

Ja, ich weiß. Alle lieben Amazon und Zalando. Nur stellt euch mal die Frage: Wie viele Arbeitsplätze schaffen die bei uns in Tulln? Was passiert, wenn ein Laden nach dem anderen schließt?

Ich trauere noch immer um die Stadtbuchhandlung, um Erber, um die kleinen Tullner Bäckereien, um das Modehaus Frank etc. Klar ist mit bewusst, dass Konzerne ihre Waren günstiger verkaufen. Aber denkt das doch Mal bis zum Ende durch. Warum sind sie so preiswert? Die Konzerne bezahlen wenig bis kaum Steuern, dadurch verliert die Finanz viel Geld und holt es sich durch Gebühren und Steuern von uns Kleinen wieder zurück.

Unterm Strich bezahlen wir also viel mehr, als den klein gedruckten Preis auf der Rechnung des allmächtigen Internet-Anbieters. Wäre es da denn nicht sinnvoller, die lokale Wirtschaft zu unterstützen und manchmal auf das eine oder andere Produkt ein paar Tage zu warten, weil es der Kleinunternehmer nicht lagernd hat und erst bestellen muss? Unsere Läden sind mitunter sogar günstiger als die großen Riesen (habe erst vor kurzem Preise verglichen und mein Ergebnis: Loley war um 20,- Euro billiger als ein riesiger Online-Händler, weil grad eine Aktion bei Loley lief).

Also gilt: Preise vergleichen! Und wenn’s nur ein paar wenige Euro Unterschied sind, so bevorzugt bitte unsere Betriebe. Hier geb ich auch offen zu, dass es mitunter ein größerer Zeitaufwand ist, die Tullner Betriebe abzuklappern, als das gewünschte Objekt der Begierde einfach zu googeln. Aber man kann das “Abklappern” ja vielleicht mit einem Einkaufsbummel samt anschließendem Kaffeehausbesuch verbinden …

Anhand einer kleinen britischen Ortschaft wird im Film “Tomorrow” gezeigt, dass man mit ortsgebundener Währung die lokale Wirtschaft beleben kann. In Tulln haben wir, ähnlich wie in dieser Gemeinde, eigentlich schon länger eine eigene Währung, nämlich den Tullner Zehner.

Dabei handelt es sich um schöne Münzen aus Altmessing, die sich aufgrund ihrer Aufmachung auch sehr gut als Geschenk eignen. Man hört zwar immer wieder mal davon, aber der große Run blieb eigentlich aus. Dabei spart man 3 % beim Kauf der Münzen. Soll heißen: Man erhält z.B. für 97,- Euro einen Gegenwert von 100,- (Euro) Tullner Zehner.

Bis vor einigen Jahren konnte man die “Tullner Währung” bei Banken kaufen. Es dürfte aber nicht lukrativ genug gewesen sein, die Bank gab die Funktion als Ausgabestellen wieder ab. Derzeit erhält man unsere Lokalwährung nur im Modehaus Stift. Das ist mit keinerlei Kaufverpflichtung  verbunden. Obwohl – wenn man schon dort ist, könnte man ja einen Blick auf die feschen Sachen riskieren …

Einlösen kann man natürlich nur in Tullner Unternehmen. Aber das stärkt den lokalen Handel. Beim Kauf der Tullner Zehner bekommt man auch einen kleinen Folder, in dem man sieht, welche Betriebe ihn akzeptieren. Und das sind gar nicht so wenige; Modehäuser, Optiker, Taxi, Lokale, Juweliere usw. Insgesamt machen über 100 Betriebe bei dieser Aktion mit. Da ja der lokale Handel gestärkt werden soll, wurden ausländische Konzerne nicht involviert.

Ich muss mich an der Nase nehmen. Ich kenne den Tullner Zehner natürlich, aber gekauft hab ich die Münzen erst ein einziges Mal. Wahrscheinlich, weil ich ohnehin versuche, so viel wie möglich vor Ort zu kaufen. Auch wenn’s manchmal ein bisschen teurer sein sollte. Aber würde ich mit den Münzen bezahlen, könnt ich mir zumindest diese 3 % Rabatt holen. In Zukunft werd ich dran denken!

Ich wünsche euch noch alles Liebe und vielleicht war die “Vorstellung” unserer Stadt-Währung ja ein wertvoller Tipp für euch! Der Film “Tomorrow”, der mich zu meinem heutigen Blog inspiriert hat, ist jedenfalls wirklich sehenswert und kommt am 27. Juli (Start um 20.00 Uhr) ins Tullner Kino.

Liebe Grüße – die Tullnerin

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