Citytrip nach Graz

Schlossberg in Graz

Aktualisiert Oktober 2025 (Glockenspiel Graz) –  In letzter Zeit hab ich mich ein wenig zurück gehalten mit der Schreiberei. Ich geb’s zu. Aber ich hatte gute Gründe dafür. Es ging sich zeitlich einfach nicht aus. Zum anderen stattete ich Graz und seinem Umland einen Besuch ab. Und weil es mir dort ausnehmend gut gefallen hat, kann ich einen kleinen Städtetrip dorthin nur empfehlen …

Im vergangenen Jahr musste ich beruflich schon einige Male nach Graz. Viel Zeit für Flanieren blieb da nicht. Aber wie ein altes Sprichwort sagt: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Also hab ich spontan einen Kurztrip eingeplant und Notizen gemacht, was denn so alles dabei sein soll bei meiner Mini-Auszeit.

Von meinen vergangenen Reisen kannte ich bereits das Hotel Süd. Dieses kann ich euch wirklich wärmstens empfehlen. Ein kleines familiäres Hotel am Stadtrand von Graz und von der Autobahn leicht erreichbar.

Ins Zentrum von Graz fährt man mit dem Auto etwa zehn Minuten (je nach Verkehrslage), würd ich aber nicht unbedingt empfehlen, weil Parkgaragen sind teuer und Parkplatz rar. Ich war die letzten Male Bus-Gast. Denn direkt vor dem Hotel gibt’s eine Haltestelle. Und da könnt ihr direkt zum Jakomini-Platz im Zentrum gelangen.

Angeboten wird hier zwar nur Bed & Breakfast, aber das Frühstücksbuffet spielt alle Stückerl. Ich hab selten so gutes Frühstück bei einem Buffet in einem Hotel bekommen. Außerdem sind die Zimmer neu renoviert, es gibt einen kleinen Wellnessbereich, Parkplatz vor der Tür und auch barrierefreie Zimmer.

Christbaum-Schmuck: Grazer Uhrturm aus Glas

In der Herrengasse findet ihr die Einkaufsstraße mit den üblichen Verdächtigen aller großen Modeketten. Aber auch so fantastische alte Läden wie Haller mit Jugendstil-Luster, Stuckdecke und viel dunklem Holz. Gegründet wurde dieser Betrieb bereits im 17. Jahrhundert.

Neben Lebzelterei und Wachskerzen gibt es hier sogar handgeschöpfte Schokolade, Konfekt und allerlei Geschenkideen. Nicht widerstehen konnte ich speziellem Christbaumschmuck: der Grazer Uhrturm wird heuer meinen Baum schmücken. Also Haller in der Herrengasse unbedingt einen kleinen Besuch abstatten!

Auf dem Weg zum Grazer Uhrturm haben wird dann aber noch einen Abstecher in die Hofgasse gemacht. Dort solltet ihr auch unbedingt vorbeischauen.

Außenansicht der Hofbäckerei Edegger-Tax in Graz

Denn dort befindet sich die Hofbäckerei Edegger-Tax. Diese wurde bereits 1569 gegründet. Und hält sich bis heute.

Vielleicht braucht ihr ja ein Mitbringsel, dann seid ihr hier richtig.

Neben Vanillekipferl gibt es auch noch allerlei Teegebäck wie Sissi-Busserl, Grazer Uhrtürme oder Erzherzog-Johann-Taler.

Besonders beeindruckend finde ich aber das Gebäude samt dem Portal. Solltet ihr unbedingt besuchen, wenn ihr in Graz seid.

Und weiter ging’s zum Klassiker: dem Grazer Uhrturm am Schlossberg.

Hier gibt’s zum einen in der Sackgasse am Ende der Herrengasse (gleich beim Hauptplatz) den Eingang zum gläsernen Lift, mit dem ihr Ruckzuck beim Uhrturm oben ankommt.

Mit der Schlossbergbahn geht’s ebenfalls bequem in die Höhe. Weniger komfortabel aber dafür sportlich ist die Benutzung der 260 Stufen der Schlossbergtreppe. Außerdem könnt ihr noch über die Serpentinen des Zufahrtsweges den Berg „erklimmen“ (der Zugang ist hier am Ende der Herrengasse, rechts die Sporgasse hinauf).

Grazer Uhrturm mit buntem Blumenbeet in rot und weiß
Grazer Uhrturm

Wir entschieden uns für den gläsernen Lift, schließlich waren die Beinchen schon ein bisserl müde. Städtetrips sind anstrengend und so moderne Errungenschaften wie Liftanlagen ein Segen! Mein Tipp: Löst vorweg nur ein Einweg-Ticket, denn es könnte durchaus sein, dass ihr den Abstieg nach einer kleinen Rast dann doch zu Fuß bewältigen möchtet.

An der Ausstiegsstelle gönnten wir uns dann eine Kleinigkeit zum Essen. Und zwar in einem der angesagtesten Lokale, dem „Aiola upstairs“. Wir hatten Glück und ergatterten ein freies Plätzchen. Wer hier aber abends fein essen und dabei den grandiosen Ausblick genießen möchte, dem sei dringend empfohlen, eine Tischreservierung vorzunehmen.

Auf jeden Fall solltet ihr aber eine Runde am Schlossberg spazieren gehen. Das tun nicht nur die Touristen gern, sondern auch die Grazer. Aus gutem Grund kann ich euch sagen.

Falls ihr euren Hunger nicht direkt am Schlossberg stillen möchtet, oder vielleicht doch ein paar Tage in Graz bleibt, dann hab ich noch einen weiteren Tipp für euch. Das Glöckl Bräu. Wir wollten irgendwo in der Innenstadt essen und die Entscheidung fiel uns schwer, denn hier ist ein Lokal neben dem anderen. Schließlich „stürmten“ wir dann aber in das nächstgelegene Lokal und das war eben das Glöckl Bräu am Glockenspielplatz.

Wir erwarteten uns eigentlich nicht viel, dachten eher an Touristen-Abspeisung. Allerdings waren wir ob der moderaten Preise und der sehr guten Hausmannskost positiv überrascht. Und: Trotz der Größe und der daraus resultierenden Masse an Gästen hatten wir kaum Wartezeit aufs Essen.

Am Schluss möcht ich euch einen Geheimtipp der Grazer nicht vorenthalten: Für den kleinen Hunger zwischendurch solltet ihr gleich in der Nähe des Glockenspielplatzes das Lokal Frankowitsch aufsuchen.

Frankowitsch ist eine Brötchenbar und quasi der „Zwilling“ vom Wiener Brötchen-Profi Trzesniewski (falls ihr den noch nicht kennt, habt ihr was verpasst) – nur eben in Graz. Dort bekommt ihr aber nicht nur fantastische Brötchen mit Aufstrichen, Schinken, Thunfisch und Co, sondern auch Süßes für Zuckergoscherl in der Patisserie oder Feines aus dem Feinkostbereich, um es anschließend daheim zu schnabulieren.

Neben dem Uhrturm hat Graz ein weiteres Wahrzeichen. Nämlich das Glockenspiel und das ist wirklich wirklich toll. Schon allein wenn man weiß, welch ausgeklügelte Technik dahinter steckt, solltet ihr euch das um 11.00, 15.00 oder 18.00 am Glockenspielplatz nicht entgehen lassen. Dabei ertönt nicht nur eine liebliche Melodie, sondern es erscheinen auch zwei Figuren, die sich dazu im Kreis drehen.

Nach Sightseeing und Schmausen gibt’s aber noch einen weiteren Grund, um nach Graz zu kommen. Neben der allseits bekannten Läden findet man in Graz sowohl in der Herrengasse als auch in den Seitengassen entzückende kleine Boutiquen für jedes Budget. Viele davon führen italienische Mode und diese hebt sich wohltuend vom Einheitsbrei der großen Modeketten ab. Außerdem sind die Stücke teilweise überraschend günstig, was ich in der Innenstadt kaum für möglich gehalten hätte.

Graz hat eine wunderschöne Altstadt mit historischen Gebäuden. Es ist fast unmöglich, alles im Alleingang zu entdecken. Über Graz Tourismus werden verschiedene Touren angeboten wie z.B. kulinarische Rundgänge, Bier-Rundgänge etc. – Es lohnt sich da mal kurz zu recherchieren, bevor ihr Richtung Graz düst.

TIPP: Wer gern umweltfreundlich anreisen möchte, der kann natürlich mit der Bahn anreisen. Das funktioniert über den Tullnerfelder Bahnhof und Wien Meidling super einfach und schnell (dann wüd ich aber eher ein anderes Hotel als das Hotel Süd empfehlen). Eine weitere Variante wäre der Flix-Bus, den ich aber noch nie ausprobiert hab. Von den Kosten her sind Bahn und Bus in etwa gleich hoch.


Falls ihr jetzt Lust auf Graz bekommen hab, dann freut mich das riesig. Wenn ihr weitere Inspiration braucht, dann klickt doch einfach HIER

Die Tullnerin

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