Auf geht’s in den Süden …

Schlossberg in Graz

(Werbung, da Verlinkung) – In letzter Zeit hab ich mich ein wenig zurück gehalten mit der Schreiberei. Ich geb’s zu. Aber ich hatte gute Gründe dafür. Zum einen gab’s im Garten viel zu tun. Daraus ergab sich dann wieder eine Menge Arbeit in der Küche. Zum anderen stattete ich Graz und seinem Umland einen Besuch ab. Und über genau diesen möcht ich euch ein bisschen was erzählen.

Im vergangenen Jahr musste ich beruflich einige Male nach Graz. Viel Zeit für Flanieren blieb da nicht. Aber wie ein altes Sprichwort sagt: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Also hab ich spontan einen Kurztrip eingeplant und Notizen gemacht, was denn so alles dabei sein soll bei meiner Reise. Allerdings habe ich die Steiermark unterschätzt. Ich hätte wohl eine ganze Woche oder mehr einplanen müssen, um alles zu sehen. Von der Schlösserstraße über die Weinstraße bis hin zum Apfelland. Das “grüne Bundesland” hat echt viel zu bieten.

Zwischenstopp in Herberstein

Auf dem Weg nach Graz ging’s über die Südautobahn durch die Thermenregion. Herrlich im Winter, aber im Sommer muss eine Therme nicht unbedingt sein. DENN: In dieser Region findet man auch so Highlights wie den Stubenbergsee und – mein persönlicher Favorit – das Schloss Herberstein mit dem Tiergarten.

Dieser ist meiner Meinung nach einer der schönsten Tiergärten in unserem Land. Man braucht mitunter ein bisschen Zeit, um die Tiere in der Landschaft zu entdecken. Aber Stress sollte man hier ohnehin schon am Parkplatz abgeben. Denn gleich neben dem Parkplatz – am Weg zum Eingangsbereich – liegt ein Gehege mit Damwild. Und hier solltet ihr euch vielleicht ein bisschen Zeit lassen.

Erdmännchen
Erdmännchen

WEIL: Da toben sich die süßen Erdmännchen aus. Aber achtet nicht nur auf die Bauten im Gehege. Diese kleinen Frechdachse bauen sich ihre Gänge unter dem Zaun bis auf den Gehweg. Und mit ein bisschen Glück und wenn ihr ein Weilchen ruhig steht, kommt so ein herziges Tierchen bis auf einen halben Meter heran. Ich hätte wohl den ganzen Nachmittag hier verbracht, wenn wir nicht auch noch den Rest von Herberstein sehen wollten.

Tipp: Im Tierpark werden Mondscheinführungen angeboten. Die nächsten finden am 19. Juli 2016 um 21.00 Uhr und am 17. August 2016 um 20.30 Uhr statt. Anmeldung ist hier nicht nur ratsam, sondern sogar erforderlich.

Das ganze Areal ist wirklich traumhaft. Familien mit Kindern finden hier ein wahres Paradies. In erster Linie natürlich im Tierpark. Aber auch der Rosengarten ist eine Pracht. Ich konnte mich kaum sattsehen. Für Gartenliebhaber ein MUSS!

Schloss Herberstein
Schloss Herberstein

An dieser Augenweide vorbei geht’s weiter zum Schloss. Von 12 bis 16 Uhr gibt es zu jeder vollen Stunde eine Führung. Um die Mittagszeit waren wir die einzigen Gäste und somit kamen wir in den Genuss einer “Privatführung”. Einfach genial. Schon der Schlosshof ließ die Fantasie mit mir durchgehen und schoss mich in eine andere Epoche.

Ich erspare euch an dieser Stelle die geschichtlichen Details der Führung. Nur soviel, es war hochinteressant und der Blick vom Schloss auf die Feistritz war einfach toll. Wen es interessiert, der schaut sich das Schloss ja ohnehin persönlich an oder googelt nach. Stimmt’s?

Übrigens kann man hier auch sehr romantisch heiraten. Für alle, die noch nach einer tollen Location für ihre Hochzeit suchen …

Die Gastro – eine Enttäuschung …

So schön der Nachmittag hier auch war, es gab auch eine ziemliche Enttäuschung. Und zwar das Lokal Simbawelt, das zwischen Tierpark und Rosengarten liegt. Offensichtlich geht man davon aus, dass Touristen ohnehin kein zweites Mal kommen. Daher gibt man sich gar keine Mühe. Und wenn ich “keine” sag, dann ist das beinahe noch untertrieben.

Ich bin nicht sonderlich heikel und mir tut auch leid, wenn Nahrungsmittel weggeworfen werden. Aber sowohl mein mir Angetrauter als auch ich ließen den Eiskaffee nach zwei, drei Schlucken stehen. Weder der Kaffee hat geschmeckt noch das Eis. Dieses war einfach eine Zumutung. Und der Blick in die Vitrine auf die Mehlspeisen bestärkte uns nur darin, Herberstein wieder zu verlassen und auf den krönenden Abschluss unseres Zwischenstopps mit einer Kaffeejause zu verzichten.

Fazit: Solltet ihr Herberstein besuchen, so rechnet nicht mit Köstlichkeiten in diesem Lokal. Es stehen allerdings noch zwei weitere Lokale zur Verfügung – die Mostschenke und der Biergarten. Die haben wir allerdings nicht mehr besucht. Uns war die Lust auf eine weitere kulinarische Überraschung vergangen.

Graz – immer eine Reise wert

Weiter ging’s nach Graz. Und zwar in das Hotel Süd. Dieses kann ich euch wirklich wärmstens empfehlen. Ein kleines familiäres Hotel am Stadtrand von Graz. Sowohl die Mädels an der Rezeption als auch im Service sind wirklich sehr liebenswert und hilfsbereit.

Die Lage finde ich auch ziemlich gut. Die Autobahn ist nur ein paar Minuten entfernt, aber im Hotel merkt man davon nichts. Ins Zentrum von Graz fährt man mit dem Auto etwa zehn Minuten (je nach Verkehrslage) oder mit dem Bus, der direkt vor dem Hotel eine Haltestelle hat. Angeboten wird hier zwar nur Bed & Breakfast, aber das Frühstücksbuffet spielt alle Stückerl. Also absolut empfehlenswert!

Wer sich für dieses Hotel entscheidet, der sollte bei der Buchung allerdings dazu sagen, dass er im neuen Trakt wohnen möchte. Kostet nur wenige Euro mehr und die Zimmer sind sehr schön und modern.

Nach dem Einchecken ging’s sofort in die Altstadt. Und was soll ich sagen. Graz sprudelt nur so vor Lebenslust! Man spürt fast italienisches “Dolce Vita”.

In der Herrengasse findet ihr die Einkaufsstraße mit den üblichen Verdächtigen wie Humanic, Triumph, Swarovski und Co. Aber auch so fantastische alte Läden wie Haller mit Jugendstil-Luster, Stuckdecke und viel dunklem Holz. Gegründet wurde dieser Betrieb bereits im 17. Jahrhundert.

Nach Lebzelterei und Wachskerzen gibt es hier nun handgeschöpfte Schokolade, Konfekt und allerlei Geschenkideen. Nicht widerstehen konnte ich speziellem Christbaumschmuck: der Grazer Uhrturm wird heuer meinen Baum schmücken. Also Haller in der Herrengasse unbedingt einen kleinen Besuch abstatten!

Grazer Uhrturm Miniatur
Grazer Uhrturm

Der Hunger trieb uns voran und wir entschieden uns in den Seitengassen der Herrengasse nach einem Lokal zu suchen. Wobei suchen muss man hier nicht. Hier reiht sich wirklich ein Lokal neben das andere.

Wir entschieden uns am Glockenspielplatz für das Glöckl Bräu. Kann ich ebenfalls wärmstens empfehlen. Moderate Preise und sehr, sehr gute Hausmannskost. Angenehm: Trotz der Größe und dementsprechend vielen Gästen hatten wir kaum Wartezeit auf unser Essen.

Verpasst hatten wir allerdings das Glockenspiel. Dieses zählt zu den Grazer Wahrzeichen und wer es sich nicht entgehen lassen möchte, sollte sich um 11.00, 15.00 oder 18.00 am Glockenspielplatz einfinden. Dann ertönt nicht nur die Melodie, sondern es erscheinen auch zwei Figuren, die sich dazu im Kreis drehen.

Hofbäckerei in Graz
Hofbäckerei in Graz

Ebenfalls einen Besuch wert ist die Hofbäckerei Edegger-Tax in der Hofgasse. Diese wurde bereits 1569 gegründet. Vielleicht braucht ihr ja ein Mitbringsel, dann seid ihr hier richtig. Neben Vanillekipferl gibt es auch noch Sissi-Busserl und Grazer Uhrtürme als Teegebäck. Besonders das Gebäude und das Portal sind absolut sehenswert.

Grazer Uhrturm
Grazer Uhrturm

Was wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten: den Grazer Uhrturm am Schlossberg. Hier gibt’s zum einen in der Sackgasse (am Ende der Herrengasse beim Hauptplatz) den Eingang zum gläsernen Lift, mit dem Ruckzuck am Uhrturm ankommt.

Mit der Schlossbergbahn geht’s ebenfalls bequem in die Höhe. Weniger komfortabel aber dafür sportlich ist die Benutzung der 260 Stufen der Schlossbergtreppe. Außerdem könnt ihr noch über die Serpentinen des Zufahrtsweges den Berg “erklimmen” (der Zugang ist hier am Ende der Herrengasse, rechts die Sporgasse hinauf).

Wir entschieden uns für den gläsernen Lift, schließlich streikten die Beine bereits ein wenig. Städtetrips sind anstrengend und so moderne Errungenschaften wie Liftanlagen ein Segen! Mein Tipp: Löst vorweg nur ein Einweg-Ticket, denn es könnte durchaus sein, dass ihr den Abstieg nach einer kleinen Rast dann doch zu Fuß bewältigen möchtet.

An der Ausstiegsstelle gönnten wir uns dann eine Kleinigkeit zum Essen. Und zwar in einem der angesagtesten Lokale, dem “Aiola upstairs”. Wir hatten Glück und ergatterten ein freies Plätzchen. Wer hier aber abends fein essen und dabei den grandiosen Ausblick genießen möchte, dem sei dringend empfohlen, eine Tischreservierung vorzunehmen.

Auf jeden Fall solltet ihr aber eine Runde am Schlossberg spazieren gehen. Das tun nicht nur die Touristen gern, sondern auch die Grazer. Aus gutem Grund kann ich euch sagen.

Graz hat eine wunderschöne Altstadt mit historischen Gebäuden. Es ist fast unmöglich, alles im Alleingang zu entdecken. Über Graz Tourismus werden verschiedene Touren angeboten wie z.B. Schlossberg-, Altstadt-, Innenhöfe-, Abend-, Lendviertel- und Griesviertel-Rundgang. Für Genießer gibt’s dann noch den kulinarischen und den Bier-Rundgang.

Am Schluss möcht ich euch einen Geheimtipp der Grazer nicht vorenthalten: Für den kleinen Hunger zwischendurch solltet ihr gleich in der Nähe des Glockenspielplatzes das Lokal Frankowitsch aufsuchen.

Dieses Lokal ist dreigeteilt. Im ersten Teil findet man fantastische Brötchen mit Aufstrichen, Schinken, Thunfisch und Co. Im zweiten Bereich freuen sich dann die Schokomäulchen über das riesige Angebot anKonfekt. Der dritte Teil ist schlussendlich der Feinkostladen – ähnlich wie vor einigen Jahren hier bei uns in Tulln “der Erber”.

Nach Sightseeing und Schmausen gibt’s aber noch einen dritten Grund, um nach Graz zu kommen. Neben den bekannten Konzernen findet man in Graz sowohl in der Herrengasse als auch in den Seitengassen hübsche kleine Boutiquen für jedes Budget. Ein Großteil davon führt italienische Mode und diese hebt sich wohltuend vom Einheitsbrei der bekannten Ketten ab. Außerdem sind die Stücke teilweise überraschend günstig, was ich in der Innenstadt kaum für möglich gehalten hätte.

Mein Rat: Plant für Herberstein einen ganzen Tag und für Graz zwei Tage ein. Wer vielleicht auch noch Museen und Kulturveranstaltungen besuchen möchte, wird eher noch einen weiteren Tag benötigen. Schließlich soll noch genug Zeit zum Flanieren und Genießen bleiben.Ich hoffe, ich konnte euch einige wertvolle Tipps geben und freu mich schon auf meine nächsten Reiseberichte!

Eure Tullnerin

Teile den Beitrag mit deinen Freunden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kooperation mit der Tullnerin

Gerne stehe ich für  werbliche Kooperationen zur Verfügung. Diese werden auch als solche gut erkennbar für die Leser gekennzeichnet. Allerdings behalte ich mir vor, Themen abzulehnen, mit denen ich mich nicht zu 100% identifizieren kann. Das bin ich mir und vor allem meinen Lesern/Leserinnen schuldig.

Für Anfragen bezüglich Kooperationen: info@die-tullnerin.at