Der Minoritenplatz – Fair Trade und Bio

Minoritenkirche Tulln

aktualisiert im April 2020

Ein wenig abseits vom Hauptplatz findet ihr den Minoritenplatz. Idealfür einen kleinen Einkaufsbummel und ein klein bisschen Kultur.

Die Kirche hier wurde im 18. Jahrhundert fertiggestellt und fasziniert mit ihrem spätbarocken Baustil. Und den gruseligen Geschichten aus meiner Kindheit. Von Katakomben und Skeletten war da die Rede. Das fand ich immer spannend und auch beängstigend.

Heut weiß ich, dass über die Verwendung der unterirdischen Räume nichts bekannt ist. Aber damals – da ging die Phantasie gehörig mit mir durch. Neben der Kirche stand ursprünglich ein Kloster, das später zur Kaserne umfunktioniert wurde. Im 20. Jahrhundert – und das ist noch gar nicht so lange her – wurden dort Sozialwohnungen für Tullner zur Verfügung gestellt.

1990 begann man mit der kompletten Sanierung und heute hat die Stadtgemeinde ihren Sitz in diesen geschichtsträchtigen Mauern. Früher oder später muss also jeder mal hier her.

Nicht nur Liebhaber von Geschichte und Kultur kommen am Minoritenplatz auf ihre Kosten. Auch verschiedene Läden haben sich hier angesiedelt. Und das freut vor allem Kunden, die nachhaltig und biologisch einkaufen möchten. Ich hab mich ein bisschen umgesehen und voilá – hier mein “Bericht”.

Tauschboutique Zweitoutfit

Seit 1. April 2019 findet man an der ehemaligen Adresse des Weltladens den kleinen Laden “Zweit-Outfit”.

Wieder verwenden statt weg werfen. Schönen Dingen eine 2. Chance geben. Der Nachhaltigkeitsgedanke hat hier oberste Priorität. Und dazu noch Geld sparen macht sowieso Sinn.

Die Eigentümerin der Tauschboutique nimmt allerdings keinen Sachen auf Kommission, sondern verkauft ausschließlich Second-Hand-Kleidung, die sie selbst ankauft.

der Naturladen – seit über 30 Jahren am Minoritenplatz – hat Mitte des Jahres 2020 geschlossen

Naturladen Tulln
Naturladen Tulln

Lattuga – Kräutershampoo & Perückenservice

Lattuga – Frisör in Tulln
Lattuga – Frisör in Tulln

Gleich neben dem Naturladen seht ihr einen halben Fiat in der Auslage. Ich finde das einen gelungenen Gag. Speziell abends, wenn er beleuchtet ist.

Eigentlich hat dieses Unternehmen nichts mit Autos zu tun. Vielmehr handelt es sich um einen Friseur. Lattuga. Die Inhaberin Doris Reinprecht: ein waschechter Italien-Fan. Darum verlieh sie ihrem Laden eine Dolce Vita-Note. Schließlich steht sie den ganzen Tag in ihrem Geschäft und da muss sie sich ja immerhin wohlfühlen, oder?

Auch hier wird auf Nachhaltigkeit Wert gelegt. Die Farben sind ammoniak- und nickelfrei. Gewaschen wird mit Kräutershampoos. Sitzt man dann am Schneideplatz, kann man im Spiegel einen Blick auf das Bild an der dahinter liegenden Wand werfen: den Leuchtturm von Lignano. Das Lieblingsmotiv von Doris. Schließlich muss man sich an seinem Arbeitsplatz wohl fühlen. Aber das Thema hatten wir schon. 

Neben den üblichen Friseurleistungen hat man sich hier auf einen weiteren Schwerpunkt spezialisiert. Nennt sich Zweithaar-Service. Oder einfach Perücken. Um in aller Ruhe auswählen und anprobieren zu können, gibt es einen eigenen Raum. Oder man macht sich mich der Chefin einen Termin außerhalb der Geschäftszeiten aus. Ohne neugierige Blicke. Ohne Getratsche. Dafür mit viel persönlicher Beratung.

Gleich nebenan findet ihr die Pizzeria Borsalino. Diese besteht bereits seit ewigen Zeiten. Pizza Provenciale ist hier mein Favorit. Allerdings im Winter eher nicht für Nichtraucher empfehlenswert. Nach spätestens zehn Minuten riecht man sehr stark nach Zigaretten, da in dem extrem kleinen Lokal geraucht werden darf. Aber im Sommer absolut kein Problem, denn dann ist der Schanigärten aufgebaut.

Sonnige Grüße

Eure Tullnerin

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