Die besten Tipps für Flohmärkte in Tulln und Umgebung

Flohmarkt_Lilienporzellan

Früher oder später kommt mal der Tag, wo man den Nachlass der Großeltern oder Eltern abarbeiten muss. Ich geb zu, davor hätt ich mich gern gedrückt. Aber dann hätt ich ja selbst schon früh den Löffel abgeben müssen und das wollt ich natürlich auch nicht. Oder man muss den Haushalt vielleicht wegen Übersiedlung oder Zusammenlegung verkleinern. In beiden Fällen stellt sich die Frage: Wohin mit all dem Zeug, das viel zu schade zum Wegwerfen ist und über das sich so manch einer herzlich freuen kann. Die Lösung heißt: Flohmarkt. Grund genug, mich da mal umzuschauen, welche Möglichkeiten wir eigentlich direkt vor der Nase haben. Denn Fakt ist: Vieles ist für den Müll einfach zu schade und nachhaltig ist wegwerfen ja nun wirklich nicht.

Zugegeben, man braucht schon ein bisschen Zeit für so einen Flohmarkt. Aber letztlich sind viele viele Dinge bares Geld und das kann man ja immer gut gebrauchen, oder? Drum hab ich für euch ein paar Tipps, mit denen ich selbst gute Erfahrungen gemacht habe.

Wer kennt ihn nicht? Den großen Flohmarkt am Leiner-Parkplatz. Tatsächlich hab ich mich dort bereits einige Male als „Standler“ versucht, als es vor einigen Jahren galt, einen ganzen Haushalt aufzulösen. So gern ich mir auch vieles behalten hätte, so schwer war es irgendwann, das 36. Häferl in mein Küchenkastl reinzustopfen.

Flohmarktzeugs wie ein kleines holländischen Porzellanpärchen im typischen Delft-Desing, eine Porzellanglocke ebenfalls im Delft-Design und ein Vintage-Aschenbecher aus den 50er Jahren

Also ging’s ab zu Erich’s Flohmarkt. Mit vollgepacktem Auto und allem, was bei einer Haushaltsauflösung so anfällt.

Ich war echt überrascht, wie gut es sich anfühlt, zu verkaufen statt zu entsorgen. Vor allem ganz gewöhnliches Zeugs war heiß begehrt: Vom Bleikristall-Vaserl und Deko-Elefant, bis über Kochtöpfe, Tupper-Ware, Tischtücher und Deckenleuchten gingen gut 2/3 meiner Ware an neue Besitzer.

Spannend find ich, dass auch immer mehr junge Leute vorbei kommen, die bewusst „Vintage“ kaufen und sich über den kuriosesten 70er-Jahre-Krimskrams riesig freuen.

  • jeden Sonntag von März bis Ende November
  • von 6 bis 14 Uhr (Aussteller sollten spätestens um 5 Uhr dort sein)
  • am ehemaligen Leiner-Parkplatz, Europastraße 11
  • Anmeldung ist nicht nötig, falls ihr aber Fragen habt, dann gern unter Tel. Nr. 0670 / 407 88 68 den Organisator Erich Höck kontaktieren
  • ihr findet Erich’s Flohmarkt vorweg natürlich auch auf Facebook

Werbung | Eh klar – natürlich gibt’s auch direkt in Tulln Flohmärkte. Wie z.B. den großen Messe-Flohmarkt am Tullner Messegelände, der zwei Mal im Jahr statt findet. Und zwar einmal im Frühsommer und ein weiteres Mal im Dezember.

Inserat für den Messe-Flohmark

Demnächst werden an zwei Tagen (6. und 7. Dezember) teils sehr hochwertige und antike Gustostückerl den Besitzer wechseln. Egal ob ihr auf der Suche nach „Lilienporzellan“ seid, vielleicht mit einer Pendeluhr liebäugelt oder ob vielleicht ein außergewöhnliches Sitzmöbel (früher sagte man so schön Fauteuil) als Blickfang in euer trautes Heim holen möchtet. Der Messe-Flohmarkt ist diesbezüglich mein heißer Tipp für euch.

Da der Flohmarkt in zwei Messehallen abgehalten wird, seid ihr auf alle Fälle wind- und wetterfest unterwegs. Das ist im Dezember durchaus von Vorteil. Zwischendurch melden sich Hunger und Durst? Klar, da kann euch auch geholfen werden. Im „Separee“ gibt’s was für den kleinen und großen Hunger, ihr könnt Kaffeetscherl und Mehlspeisen schnabulieren und euch mit Punsch (auch alkoholfrei) und Glühwein in Adventstimmung bringen.

Meines Erachtens der allergrößte Vorteil für Aussteller: Ihr könnt bereits am Tag zuvor den Stand aufbauen und erspart euch somit nächtliches Wecker-Geklingel, um hernach völlig übermüdet mit der Ware anzutanzen.

  • 2 x jährlich – nächste Gelegenheit am 6. und 7. Dezember 2025
  • am Samstag von 8 – 17 Uhr, Sonntag 8 – 16 Uhr (Aufbau bereits am 5.12. möglich)
  • Messegelände Tulln, Halle 10 und Halle 6
  • Anmeldung ist unbedingt erforderlich unter info@flohmarkt-tulln.at – oder einfach HIER klicken

Inserat Kartenland

Seit geraumer Zeit mischt ein weiterer Flohmarkt in unserer Stadt mit. Und zwar in der Garage der Rosenarcade. Praktisch, weil ihr auch hier trockenen Fußes und geschützt von Herbst- und Winterstürmen zwischen allerlei Büchern, Schallplatten, Spielzeug oder Glas und Porzellan stöbern könnt.

Jeden 1. Sonntag im Monat ist zusätzlich „Kinder-Sonntag“. Das bedeutet, dass dann neben den anderen Standln auch Kiddys ihren Spielsachen eine 2. Chance geben können.

  • jeden Sonntag von Anfang Oktober bis Ende März (nur zwischen Weihnachten und Neujahr macht der Flohmarkt einen Mini-Winterschlaf )
  • von 7 bis 13 Uhr (Einlass ab 6.30 Uhr)
  • Rosenarcade / Tiefgarage
  • Anmeldung bitte direkt über Hrn. Polt unter 0676/3570150
  • Andy’s Flohmarkt ist übrigens auch auf Facebook zu finden
alte Märchenbücher in einem Flohmarkt-Karton voller Bücher

Auch hier hab ich bereits Erfahrung sammeln dürfen. Praktisch ist, dass ihr nicht alles in Kisten packen und zum Flohmarkt schleppen müsst. Außerdem erspart ihr euch das extrem frühe Aufstehen und könnt gemütlich z.B. um 9.00 Uhr morgens starten. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr den ganzen Tag oder ein ganzes Wochenende die Flohmarkt-Sachen in eurer Garage oder im Vorgarten zum Kauf anbieten.

Interessanterweise kamen samstags deutlich mehr Kaufinteressierte als am Sonntag und erwartungsgemäß vormittags mehr Leute als nachmittags.

Ankünden könnt ihr den Hausflohmarkt einerseits durch riesige Schilder / Kartons, die ihr am Gartenzaun deponiert. Zusätzlich ist es aber absolut sinnvoll den Hausflohmarkt auch auf diversen Facebook-Flohmarkt-Gruppen publik zu machen. Und die gibt es mittlerweile zuhauf. Konzentriert euch dabei aber nicht nur auf die Gruppen in eurer Ortschaft, sondern schweift ein bisserl in die der Nachbargemeinden ab.

  • lt. Rückfrage bei der Stadtgemeinde muss man diese „Veranstaltung“ nicht melden
  • achte aber bitte darauf, dass du mit deinem Flohmarktkram auf deinem Grundstück bleibst und nicht z.B. den Gehsteig blockierst.

Bei den folgenden Varianten könnt ihr zwar keine Euronen für euer Börserl verdienen, denn eure guten Stücke können nur gespendet werden. Aber ihr spart dafür Zeit für den Verkauf, tut nebenbei was Gutes und rettet Kleinode vor der Müllverbrennung. Genommen werden gut erhaltene Dinge, die eine 2. Chance verdienen, Sammlern das Herzerl höher schlägen lässt oder Kleidung, die die persönliche Note unterstreicht.

Die gespendeten Sachen werden im Rahmen von Facebook-Auktionen bei „Retro-Fritzl“ an den Höchstbieter verkauft oder an bestimmten Terminen gegen freie Spende abgegeben. Der gesamte Erlös kommt dem Tierschutz zugute. Bezahlt wird, was es euch wert ist und dafür gibt’s dann Futter und Medikamente für Bello, Igelchen und Co.

  • Retro-Fritzl ist über die Facebook-Gruppe zu finden, die sich „Tierhilfe Spenden Flohmarkt“ nennt
  • mit dem Erlös der Verkäufe werden die beiden Vereine „Wildtierhilfe Tullnerfeld“ und die „Tullner Pfotenhilfe“ unterstützt
  • Spenden können gern in 3433 Königstetten, Hochstraße 38 abgegeben werden – bitte vorher anrufen unter 0660 / 986 55 55, damit die Sachen nicht auf der Straße stehen.

Wer auf der Suche nach bestens erhaltener Kleidung UND Krimskrams wie Geschirr, Bücher oder Deko ist, dem seien schließlich noch die beiden Second-Hand-Läden von Henry ans Herz gelegt. Hier handelt es sich nicht um klassische Flohmärkte, sondern um Second-Hand-Boutiquen vom Roten Kreuz. Auch hier bekommt ihr kein Geld für eure Sachen, denn sie werden gern als Spende entgegen genommen.

Sowohl der Tullner Laden als auch der in St. Andrä-Wördern haben in ihren Second-Hand-Shops tolle Kleidung (hab da auch schon mal Designer-Klamotten von Desigual gesichtet).

Zusätzlich zu den normalen Ladenöffnungszeiten könnt ihr auch bei den regelmäßig stattfindenden „Schnäppchentagen“ im Hof des Tullner Ladens fündig werden. Das ist dann quasi der Henry-Flohmarkt.

Übrigens, falls ihr den Henry-Laden noch nicht kennt, dann lest doch gern mal in meinen Beitrag darüber rein

  • Henry Laden Tulln – Jahnstraße 41 – Mittwoch bis Freitag 9 bis 18 Uhr, samstags 9 bis 13 Uhr
  • Henry Laden St. Andrä-Wördern – Greifensteiner Straße 37 – Donnerstag u. Freitag 9 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 13 Uhr
  • Schnäppchentage im Tullner Shop nur bei gutem Wetter
  • HIER ist der Link zur Website der Henry-Läden

Und last but not least gibt’s natürlich auch noch die digitalen Flohmärkte wie z.B. „Will Haben“, „Vinted“ oder diverse Facebook-Flohmarkt-Gruppen. Letztere sind nicht zu unterschätzen. Da gibt’s Gruppen für Briefmarken, Ansichtskarten, Porzellan, Bleikristall, Kinder-Sachen und natürlich die regionalen Gruppen.

Das ist zwar einerseits praktisch, weil man von der gemütlichen Couch aus seine Sachen verhökern kann. Vor allem für Langschläfer, die sich morgens schwer tun, aus den Federn zu kommen. Aber online-Verkauf ist natürlich nicht für jede und jeden stimmig. Flohmarkt-Feeling ist bei der digitalen Variante jedenfalls definitiv nicht inkludiert ?.

Ihr glaubt gar nicht, wofür es alles Liebhaber gibt. Ich hab sogar eine handgestickte Gobelin-Handtasche aus den 50er Jahren schneller verkauft, als ich „bap“ sagen konnte …


Also meine Lieben, ich hoffe, mein Artikel ist ein kleiner Wegweiser, wo und wie ihr eure Sachen zu Geld machen könnt oder sie sinnvoll spendet. Oder für die, die lieber shoppen statt zu verkaufen: Wo ihr fündig werden könnt, wenn das Haushaltsbudget wieder mal nicht für das eine oder andere Goodie reicht oder ihr einfach Vintage-Fans auf der Suche nach etwas Besonderem seid.

Liebe Grüße

Die Tullnerin

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