Sag zum Abschied leise Servus

Sag zum Abschied leise Servus

(enthält Werbung) – Servus. Heut leider nicht zur amikalen Begrüßung, sondern zum Abschied. Abschied von Unternehmen, die über viele Jahre hinweg das Tullner Stadtbild mit geprägt haben.

Nach Wolffhardt hat sich nämlich mit Ende März – mitten in der Corona-Krise – die Firma Loley verabschiedet. Wer Töpfe und Pfannen kaufen möchte, sucht also momentan vergeblich einen Fachhändler in der Stadt. 🙁 Auch wenn gemunkelt wird, dass nach dem Neubau des Gebäudes an gleicher Stelle nebst schicker Innenstadtwohnungen wieder ein Laden eröffnet wird, so läuft bis dahin noch viel, viel und noch viel mehr Wasser die Donau runter. WICHTIG: Die Glaserei Loley ist nicht davon betroffen!!! Dort läuft der Betrieb ganz normal weiter.

“Gewusst wie Prokopp”, der im gleichen Haus untergebracht war, hat ebenfalls bereits geschlossen hat und die Baufahrzeuge fahren mittlerweile (mit Unmengen an Schutt) fröhlich ein und aus.

Prokopp bleibt Tulln jedoch erhalten und eröffnet demnächst an einem neuen Standort. Nämlich am Hauptplatz Nr. 1, nur ein paar Meter weiter. Die Renovierungs- und Umbauarbeiten laufen auf Hochtouren, es sollte also bald so weit sein. Voraussichtlich noch im Juni. An der Adresse gab’s bis vor kurzem noch Taschen aller Art – ihr erinnert euch an Hausmann?

Die Schließungen gehen weiter

Doch Leder Hausmann ist in Tulln nicht mehr vertreten. Wie auch Libro, der Mitte Februar seine Filiale in unserer Stadt schloss. Gleiches gilt leider für die Bäckerei Berthold in der Bahnhofstraße, die sich still und leise – ebenfalls mitten in der Corona-Krise – mit 23. März verabschiedet hat.

Verlassen – und zwar Richtung Wien – hat uns leider auch Mom’s Diner in der Albrechtsgasse. Für alle, die die Burger dort geliebt haben, hat man sich aber etwas Besonderes einfallen lassen. Wer für den unstillbaren Burger-Hunger nämlich nicht nach Wien fahren möchte, der hat die Möglichkeit sich die runden, herzhaft gefüllten Laberl nach Tulln und Königstetten liefern zu lassen. Funktioniert mittels Sammelbestellung über die Website von Mom’s Diner.

ABER: Was mich persönlich sehr betrübt: Der Naturladen am Minoritenplatz schließt ebenfalls mit 30.6.2020 seine Pforten. Andi Weiss war für mich immer DER Bio-Pionier in Tulln. Es ist fast unvorstellbar, dass es diesen Laden nach 30 Jahren schon bald nicht mehr geben wird. Diese traurige Tatsache hat mich letztlich dazu bewogen, meinen heutigen Artikel überhaupt erst zu verfassen.

Wir alle könnten’s ändern …

Es liegt – nicht nur, aber auch – in unserer Hand, ob wir in Zukunft in allen Städten Einheitsbrei-Angebote von einer Handvoll Konzernen finden oder ob die Städte durch kleine Einzelhändler ihren individuellen Charme behalten können. Denn selbst die mittelgroßen Ketten haben mit den wesentlich größeren schwer zu kämpfen. Ist es das, was wir wollen?

Es macht meiner Meinung nach keinen Sinn, riesigen Online-Shops (ihr wisst, wen ich meine) das Geld in den Rachen zu werfen. Da werden nämlich weder Steuern bezahlt noch Jobs geschaffen. Das machen die heimischen Händler aber sehr wohl. Sie schaffen Arbeitsplätze, zahlen Steuern und Abgaben, erhalten dadurch auch das Sozialsystem und sind zusätzlich für ein nettes Stadtbild verantwortlich. Erinnert euch, wie unsere Stadt im April aussah, als alles geschlossen hatte. Das wünscht sich doch keiner als Dauerzustand, oder? Daran sollten wir beim nächsten Einkauf denken.

Werbung I Lieblingsstücke Online-Shop
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Wer trotzdem Online kaufen möchte, sollte den heimischen und mittlerweile auch regional vertretenen Händlern eine Chance geben. Da haben so Einige in der Corona-Krise zusätzlich zu ihrem Laden einen Online-Store ins Leben gerufen.

Für mich stellt sich die Frage: Haben wir in der Corona-Krise dazu gelernt? Hält die Solidarität mit unseren heimischen Händlern und Produzenten weiterhin an? Oder wollen wir tatenlos zusehen, wie sich ein Kleinunternehmen nach dem anderen in Tulln verabschiedet? Lasst uns durch unser Konsumverhalten ein bisschen zum Stadtbild beitragen!

Ich freu mich, euch demnächst schon wieder über Startups und viele Neuigkeiten berichten zu können. Bis dahin …

… liebe Grüße und Servus

die bisserl nachdenkliche Tullnerin

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3 Kommentare

  1. Langer
    17. Mai 2020 / 7:41

    So lange das Management der Rosenarcade Ketten wie Müller einmieten lässt, wird das Geschäfte sterben nicht abnehmen!

    • 17. Mai 2020 / 10:53

      Leider können sich nur solche Ketten und Konzerne die Mietpreise in den Einkaufszentren leisten. Die werden von den EKZ-Betreibern in schwindelerregender Höhe angesetzt. Das muss man als EPU mal verdienen. Fast ein Ding der Unmöglichkeit. Aber auch außerhalb vom EKZ sind die Mietpreise teilweise sogar höher als in Wien. Ein Grund mehr, ganz bewusst bei den Kleinen einzukaufen und dann vielleicht auch mal 5 Euro mehr zu bezahlen. Hauptsache uns bleiben die kleinen Läden erhalten. Da muss die gesamte “Geiz-ist-geil”-Gesellschaft ein bisschen umdenken. Das fängt bei den horrenden Mieten für die Geschäftslokale in Tulln an und geht bis hin zu den Lieferanten, die lieber die großen als die kleinen Unternehmen beliefern. Da laufen viele Dinge im Hintergrund verkehrt …

  2. 18. Mai 2020 / 18:41

    Ich hätte sehr gerne mit meinen korktaschen ein geschäft aber es leider nicht finanzierbar für mich.

    emiluva Korktaschen

Kooperation mit der Tullnerin

Gerne stehe ich für  werbliche Kooperationen zur Verfügung. Diese werden auch als solche gut erkennbar für die Leser gekennzeichnet. Allerdings behalte ich mir vor, Themen abzulehnen, mit denen ich mich nicht zu 100% identifizieren kann. Das bin ich mir und vor allem meinen Lesern/Leserinnen schuldig.

Für Anfragen bezüglich Kooperationen: info@die-tullnerin.at