Hollerbeeren – so schmeckt der Herbst …

Hollerbeerensirup

Mein Silvestervorsatz für 2015 lautete: In diesem Jahr produzier ich ein bisschen mehr Vorräte für den Winter. Dieser Vorsatz hört sich einfach an, war es aber dann doch nicht.

Da gibt’s viel zu viele Ausreden. Der innere Schweinehund will faul sein. Einmal ist es zu kalt, mal zu windig, dann regnet es genau an dem EINEN Tag, an dem man Hollerblüten ernten möchte. Der Sommer sowieso eindeutig viel zu heiß. Dann tauchen plötzlich Hindernisse wie Läuse auf. Das hat z.B. die Lindenblütenernte so gut wie unmöglich gemacht. Ihr seht also, wenn man will, findet man 100 Gründe etwas NICHT zu tun. Aber die gute Nachricht lautet: Noch habe ich einen freien Willen und der weist den inneren Schweinehund ab und zu in die Schranken.

Weiter geht’s mit super-easy Rezepten

Aufmerksame Leser konnten ja schon feststellen, dass ich super-einfache Rezepte in meinem Blog veröffentliche. Vielfach von mir erprobt und von meiner – manchmal wenig begeisterten Familie – getestet. Glücklich bin ich dann, wenn sie ihre Meinung ändern und meine “Pantscherei” begeistert aufgenommen wird. Das ist dann der Punkt, wo ich meine lieben Leser ebenfalls mit meinen Rezepten beglücke. Weil selbst zu produzieren ist keine große Hexerei. Außerdem weiß man was drin ist und selbst gemacht schmeckt doppelt gut!

Herbst-Ernte
Herbst-Ernte

Tja und plötzlich Herbst. Man will die letzten Sonnenstrahlen genießen. Vielleicht auch noch ein bisschen sammeln. Wie die Eichkätzchen. Heuer ist die Vorratskammer besser gefüllt als in den vergangenen Jahren. Silvester-Vorsatz erfüllt! Juhu! Trotzdem hab ich bei meinem letzten Spaziergang in der Au weiter gesammelt. Hollunderbeeren für Sirup. Auch Zapfen für meine Herbstdeko. Ein gutes Gefühl, die “Geschenke” der Natur anzunehmen.

Weil ich mit dem Ergebnis meines Hollerbeeren-Sirups echt zufrieden bin, möchte ich euch hier verraten, wie ihr ihn ganz easy selbst produzieren könnt.

Hollerbeerensirup
Hollerbeerensirup

Hollerbeeren-Sirup

Dafür braucht ihr 1 kg abgezupfte Hollerbeeren. Auf keinen Fall sollten unreife dabei sein (die grünen unbedingt aussortieren). Außerdem ist es empfehlenswert Einweg-Handschuhe zu tragen, da die Beeren doch ein wenig abfärben (der Holler ist ja eine Färberpflanze, aber das ist eine andere Geschichte).

Die Beeren habe ich in einem großen 2,5-Liter-Krug mit 1.200 ml Wasser angesetzt und ungefähr 24 Stunden lang ziehen lassen.

Dann kommt die Pantscherei. Ihr füllt diese Masse am besten in den Aufsatz einer Küchenmaschine (wo man z.B. Milch-Shakes oder Smoothies macht). Kurz durch gemixt und schon hat man schönes dickes Hollermus.

Danach durch ein Sieb filtern und ab in einen schönen großen Topf. In diesem kocht ihr das Hollermus mit 200 g Kristallzucker und dem Saft einer Zitrone kurz auf. Das Kochen ist nicht nur wichtig, um den Saft haltbar zu machen. Bei Hollerbeeren ist es sogar zwingend erforderlich, weil die Beeren (und alle grünen Teile) Sambunigrin enthalten, welches zwar nur leicht aber trotzdem giftig ist. Durch das Erhitzen zerfällt dieser Inhaltsstoff und über bleibt die geballte Kraft für unsere Gesundheit.

Nun muss die Masse abgewogen werden, weil sie mit gleich viel Zucker eingekocht wird (Verhältnis 1:1).

Bei mir ergab das ziemlich genau 1 kg Hollermus, also gab ich 1 kg Zucker hinzu und habe das ganze noch mal etwa zehn bis zwölf Minuten gekocht und eingedickt.

Danach füllt ihr den fertigen Saft in sterile Flaschen und verschließt diese sofort. Noch einige Stunden bei Raumtemperatur abkühlen lassen. Aufgrund des hohen Zuckergehalts ist der Sirup etwa ein Jahr in einem kühlen Kellerraum lagerbar.

Mein Tipp: In der kalten Jahreszeit trinke ich gern Früchte- oder Beerentee. Da diese ziemlich sauer sind, gebe ich statt Zucker einen Teelöffel Hollerbeeren-Sirup in den Tee. Das schmeckt süß, fruchtig und dank des gesunden Hollers habe ich noch wertvolle Inhaltsstoffe mit dabei. Übrigens ein altes Hausmittel gegen Erkältungskrankheiten.

Den Sirup verwendet man aber auch aufgespritzt mit Mineralwasser. Hier kommt jedoch der gewöhnungsbedürftige Eigengeschmack stärker hervor. Hollerbeeren sind nicht jedermanns Sache! Eine weitere Möglichkeit: Gebt einen Schuss von diesem Sirup in ein Glas Sekt oder Prosecco und ihr habt auf eurer nächsten Party einen außergewöhnlichen Drink.

Viel Spaß beim Pantschen

Eure Tullnerin

Teile den Beitrag mit deinen Freunden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kooperation mit der Tullnerin

Gerne stehe ich für  werbliche Kooperationen zur Verfügung. Diese werden auch als solche gut erkennbar für die Leser gekennzeichnet. Allerdings behalte ich mir vor, Themen abzulehnen, mit denen ich mich nicht zu 100% identifizieren kann. Das bin ich mir und vor allem meinen Lesern/Leserinnen schuldig.

Für Anfragen bezüglich Kooperationen: info@die-tullnerin.at