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Tage wie dieser …

Tage wie dieser

Mittlerweile kann ich ja über diesen Chaostag lachen. Doch anfangs fand ich es echt gar nicht witzig. Weil der Tag war sowas von NICHT auf meiner Seite und das kam so …

Wenn man mit dem linken Fuß aufsteht …

Der verunglückte Tag begann schon mal mit der Tatsache, dass ich in das von mir verkehrstechnisch eher gefürchtete St. Pölten sollte. Aber es ging nicht anders. Mein Körper zeigte mir seinen Widerwillen mit kolossalem Verschlafen. Woraus sich bei allen drauf folgenden Tätigkeiten Zeitknappheit ergab. Aber ich holte einiges auf, sodass ich knapp aber pünktlich zum Termin kommen würde. Also rein ins Auto und hurtig Richtung Autobahn.

Erst einige Minuten auf der Autobahn, da schloss ein sportlich rasanter Fahrer dermaßen knapp auf, dass ich echt um meinen Kofferraum Angst hatte. Kennt ihr den Song “Im Wagen vor mir”? Unweigerlich schoss mir der Text: “Was will der blöde Kerl da hinter mir nur ..” in den Kopf. 😉

Aber ich hielt mich brav ans Tempolimit, nutzte korrekt die rechte Spur und hoffte, er würde überholen. Tat er aber nicht. Stattdessen fuhr er links auf gleiche Höhe und gestikulierte wild. Ich war mir keiner Schuld bewusst, warum der da drüben so einen Kasperl aufführt. Verkrampft konzentrierte ich mich weiter auf die Straße. Bis der Flegel mich überholte und abrupt auf die Bremse stieg. Jetzt war ich doch ziemlich empört. So ein Verkehrsrowdy! Aber dem Himmel sei Lob und Dank, da kam auch schon meine Abfahrt in Sicht und eine Minute später war ich den Typen los.

Jetzt geht’s erst richtig los …

Ich sag ja, St. Pölten ist mir nicht geheuer. Das funktioniert nie reibungslos. NIE!!! 🙁

Der Termin lief leider auch nicht so wie geplant und hinterließ in mir eher den Wunsch nach Tschibutti auszuwandern. Oder mich als Almöhi in die Berge zurück zu ziehen.

Frustriert schlurfte ich zurück zu meinem Auto und erstarrte in der Sekunde. Da hatte mir doch tatsächlich jemand das Kennzeichen am Auto geklaut. Ich war fassungslos. Aber es kam noch schlimmer…

Denn in genau dieser Sekunde schoss mir ein, dass mein liebes Wunschkind vor einigen Tagen meine Kennzeichen am zweitgemeldeten Wagen montiert hat. Trotz mehrmaliger Verwarnung meinerseits, die Kennzeichen wieder am Stammauto anzubringen, wurde ich als mahnende Mutter schwerst boykottiert. Während dieser Gedanken lief ich rund um den Wagen um nach dem Verbleib des zweiten Kennzeichens zu schauen. Was soll ich sagen. Auch davon fehlte jede Spur.

Tja, nun war auch klar, dass der Typ auf der Autobahn weder Kasperl noch Rowdy war. Offensichtlich ertrug er bloß mein nummernloses Auto nicht. Ich war den Tränen nah. Heimzufahren mit DIESEM Wissen, dass ich schwer illegal unterwegs war, ging auf keinen Fall. Gestrandet am St. Pöltner Stadtrand im Nirgendwo? 🙁

Mein geliebter Sprössling erhielt auf der Stelle eine SMS mit der Hiobsbotschaft und dass ich erwartete, unverzüglich meine Kennzeichen nach St.Pölten geliefert zu bekommen. Durchsetzungsvermögen als Mutter gehörte noch nie zu meinen Stärken und mein Nachwuchs verneinte meine Bitte knallhart. Nun gut, da war wohl auch der Job dran schuld. Und so beschloss ich, mich auf den halbstündigen Weg in die Altstadt zu machen und mir die Stunden, die ich auf meine Taferl warten musste, angenehm zu vertreiben. Würde ich eben das Beste aus der Situation machen, bummeln und mich in ein nettes Café setzen.

Erwähnte ich bereits, dass mir die Götter an diesem Tag nicht hold waren? Ich kam nicht weit. Mein Vorhaben wurde erschwert durch die Tatsache, dass sich mein rechter Schuh völlig zwanglos seines Absatzes befreite. Mir war nun nicht mehr nach bummeln und Café sondern nach einer Flasche Wodka und einem gewaltigen Tränenausbruch. Und nach einem Prinzen auf einem weißen Pferd.

Aber wie sagt man so schön. Aufstehen – Krone zurecht rücken und weiter gehen. Wer braucht schon einen Prinzen. Ich fand in unmittelbarer Nähe einen Schuhladen, kaufte mir potthässliche Schuhe (dort waren alle hässlich), latschte mit diesen ins nächste Beisl, orderte 2 Kaffee, ein Punschkrapferl (wegen dem Alkohol), dafür keinen Wodka und wartete geduldig, bis mein Wunschkind das Objekt meiner Begierde lieferte.

Um nicht noch weiter Ungemach erleiden zu müssen, begab ich mich daheim fast unverzüglich ins Bett und dankte dem lieben Gott, dass ich für meine schlimmen Verkehrssünden nicht ins Gefängnis, sondern nur hässliche Schuhe kaufen musste …

Liebe Grüße – die Tullnerin

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