Aktualisiert März 2026 – In Tulln gibt’s echt viele schöne Eckerl zum Spazieren gehen, Natur genießen, sporteln und relaxen. Eines dieser schönen Platzerl befindet sich zwischen Seerosen-Brücke und Garten Tulln. Waldbaden vom Feinsten, auch wenn die Au dort schon ziemlich dünn wurde in den letzten Jahren.
Wo findet ihr den Schritteweg?
Schon seit Jahren gibt es den „Schritteweg“ in Tulln. Und Nein, das ist keine Adresse irgendwo im Stadtgebiet . Sondern eine Einladung für alle. Eine Einladung, sich zu bewegen und dabei den Stresslevel völlig runter zu fahren. Da gibt’s zum einen die ärztliche Empfehlung, täglich 10.000 Schritte zu gehen. Zum anderen freut sich jede Zelle meines Körpers über frischen Sauerstoff. Direkt in der Sauerstofffabrik der Gebrüder Baum & Busch KG. In einer Zeit, wo man immer unter Zeitdruck steht und deshalb viele Strecken per Auto oder Fahrrad zurück legt, kein leichtes Vorhaben. Aber es lohnt sich – versprochen …

Entspannung pur: Wenn man den Duft des Waldes wahrnimmt, den Specht klopfen hört, das Eichkätzchen springen sieht und – mit ein bisschen Glück – auch Rehe beobachten kann. Momentan gibt’s gratis den Bärlauch als Draufgabe. Bald wird er vom feinen Geruch des Holunders abgelöst. Da kann sogar das Beobachten einer Schnecke pure Stressbekämpfung sein. Gratis noch dazu! Wer hier nicht zur Ruhe kommt, dem ist nicht mehr zu helfen.
Leider kennen viele (Neo)-Tullner den Schritteweg (noch) nicht. Also hab ich die Ehre, euch ein bisschen Lust und Appetit auf „Waldbaden“ zu machen, falls bei der Einleitung der Funke noch immer nicht übergesprungen ist.
Hier geht’s lang …

Gestartet wird bei der Seerosen-Brücke. Genauer gesagt bei der Tafel, die gleich in der Nähe des großen Kinderspielplatzes an der Donaulände steht (Richtung Seerosenbrücke). Flott geht es über die Brücke weiter Richtung Garten Tulln. Es sei denn, ihr wollt nach Fischen Ausschau halten oder Familie Schwan gewinnt eure volle Aufmerksamkeit. Dann dürft ihr natürlich innehalten. Denn es geht ja ums Entschleunigen.
Die Stadtgemeinde hat erst 2019 sämtliche gelbe Wegweiser erneuert, damit sie nun auch gut erkennbar sind und man nicht vom Weg abkommt. Abkürzungen nehmen und schummeln ist nämlich nicht sinnvoll. Schließlich soll und will man ja die etwa 5.000 Schritte schaffen. Ist ohnehin nur die halbe Miete (10.000 sind ja empfohlen). Aber besser wie nix würd ich mal sagen.
An verschiedenen Stellen wurden Themenschilder aufgestellt. Wie zum Beispiel kurz nach der Brücke bei der kleinen Lichtung auf der rechten Seite. Und kleine gelbe Richtungspfeile, die aber leicht übersehen werden können. Darum leite ich euch hier ein bisserl an.
Weiter geht’s Richtung „Die Garten Tulln“ . Dort findet ihr die zweite Thementafel mit ein paar Gesundheits-Tipps. Dann einfach über den Platz drüber und Richtung Parkplätze spazieren. Nach den Parkplätzen achtet unbedingt wieder auf das gelbe Taferl in Pfeilform. Ihr müsst nun nämlich wieder in die Au rein. Zumindest in das was dank dem großen Eschen-Sterben von der ursprünglichen Au noch da ist. Ihr seid dann parallel zur Großen Tulln unterwegs. Bald seht ihr die nächste Raststelle.

Bei Tafel Nummer drei – finde ich – kann man getrost einen Zwischenstopp einlegen. Hier habt ihr dann etwa die Hälfte des Schritteweges geschafft.
Sobald ihr wieder bereit seid, geht’s weiter durch den Wald. Ihr gelangt schnell auf eine schmale Straße entlang der Badehaus-Siedlung. Hier seh ich immer wieder Rehe und Eichkätzchen. Also Augen auf !!!
Aber achtet knapp vor Ende dieser Straße auf die gelben Hinweispfeile, denn ihr müsst dann links abbiegen (auf eine Straße, die sich aber ein paar Meter nach der Brücke gabelt). Gut – verlaufen kann man sich in Tulln nicht wirklich. Aber trotzdem seid ihr schnell auf der „falschen Fährte“, wenn ihr die gelben Schilder ignoriert.

Bei Tafel Nummer 4: Einfach noch ein kleines Päuschen gönnen und Trinkflasche oder Jause auspacken. Aber bitte Müll auch wieder mitnehmen, damit die Natur Natur bleibt. Denn Mülleimer sind hier rar, weil mühsam für die Gemeinde, diese im Wald regelmäßig zu entleeren.
Fast geschafft …
Wenn ihr euch vom Wald wieder trennen könnt, was manchmal schwerer fällt als man denkt, geht’s weiter über eine schmale Brücke Richtung Donaulände. Und hier werdet ihr mit der prächtigen Kastanienallee an der viel besungenen blauen Donau belohnt.

Für die ganze Runde braucht man schon eine gute Stunde. Oder auch länger, wenn ihr die Ruhe und den Wald genießt. In dieser Zeit wird eure Batterie so richtig aufgeladen. Ich liebe das „Waldbaden“ – einfach FANTASTISCH!
Einziger Wermutstropfen ist leider die extreme Abholzung, die uns vor einigen Jahren das Eschensterben beschert hat. Zwar wurde fleißig aufgeforstet. Aber die Bäumchen sind noch so zart, dass man zweimal schauen muss, um sie zu sehen. Und auch aktuell fallen grad wieder viele Bäume. Der Grund dafür ist mir leider nicht bekannt. Bleibt zu hoffen, dass schleunigst und großzügig Jungbäume nachgepflanzt werden. Obwohl die halt Jahrzehnte benötigen, bis sie wieder zu stattlichen Riesen gewachsen sind …

Wer sich übrigens für Wildkräuter interessiert und sich da ein bisserl näher damit beschäftigen möchte, der kann in Tulln z.B. eine Kräuterwanderung von Veilchenblau mit machen. Die Au hat nämlich tatsächlich einiges zu bieten und eines ist sicher: Gedüngt oder genmanipuliert ist bei den Wildkräuterchen rein gar nix.
Ich freu mich jedenfalls schon auf meine nächste Runde am Schritteweg. Weil „Waldbaden“ lädt meine Akkus jedesmal wieder gehörig auf .
Also dann – liebe Grüße und probiert ihn aus, unseren Tullner Schritteweg! Würde mich sehr über eure Kommentare dazu freuen!
die Tullnerin


