Tullns beste Faschingskrapfen …

Faschingskrapfen

Was darf im Fasching nicht fehlen? Klare Antwort: Natürlich Faschingskrapfen! Der gehört zum Fasching nämlich wie das Vanillekipferl zu Weihnachten, wie Minnie zu Mickey oder wie ich zu Tulln. Zwar gibt’s Krapfen in Supermärkten und auch in Bäckereien mittlerweile fast ganzjährig. Aber nie verwöhnen die Germteig-Leckerlis mein nach Zucker lechzendes Herz süßer als im Februar.

Ich hab mal ein bisschen im www recherchiert und mit Erstaunen festgestellt, dass wir Österreicher die Krapfen scheinbar gar NICHT erfunden haben. Auch nicht unsere K & K – Schwestern in Böhmen und Ungarn. Na bum! Damit hab ich nicht gerechnet. Denn schon im Mittelalter gab es „Krapffenpacherinnen“, bereits den alten Ägyptern und Griechen war der Krapfen bekann. Aber es dürften die alten Römer gewesen sein, die den Krapfen nach Vindobona brachten. Ist aber eigentlich eh wurscht. Hauptsache sie sind bei uns gelandet.

Trotzdem hab ich hier die Wiener Geschichte auch für euch mit dabei. Unser heiß geliebtes Faschings-Gustostückerl wurde der Legende nach von einer Wiener Bäckerin namens Cäcilia Krapf im 17. Jahrhundert kreiert. Zumindest hat sie scheinbar ein altes überliefertes Krapfenrezept wieder entdeckt und daher rührt auch der spätere Name „Krapfen“.

Im 19. Jahrhundert wurden ihre „Cilly-Kugeln“ als süße Verführung bei den Wiener Bällen und Empfängen gereicht. Allein 1815 sollen während des Wiener Kongresses 10 Millionen Cilly-Kugeln verspeist worden sein. Allerdings damals noch mit Obstfüllung. Erst um 1900 fanden Fräulein Marmelade und Herr Krapf zueinander und begründeten damit den heut klassischen Faschingskrapfen.

Obwohl mein Geschmacksnerv eh schon lang einen Favoriten hat, koste ich mich jedes Jahr aufs Neue tapfer durch das große Angebot. Heuer lass ich euch an meinen kulinarischen Erkenntnissen gern teilhaben und bring diese auch gleich zu Papier. Sorry. Ich mein natürlich ins www. Weil mittlerweile nämlich auch viele Neo-Tullner bei mir mitlesen. Und die sollen doch auch anständig informiert sein, wo man bei uns die besten Krapfen schnabuliert, oder?

Tja, und weil es nicht komplett einseitig und subjektiv sein soll, hab ich noch ein paar weitere Testpersonen mit ins Boot geholt. Gemeinsam schmeckt’s ja auch gleich viel besser. Wenig erstaunlich dann unser Fazit. Wir haben tatsächlich einen klaren (einstimmig gewählten) Testsieger! Die weiteren Plätze waren weniger eindeutig, weil Geschmäcker halt doch verschieden sind.

Also eines vorweg: Die Faschingskrapfen in den Supermärkten stillen zwar schnell die Lust auf Süßes, sind aber geschmacklich nicht grad unsere Anwärter auf den Mehlspeis-Oscar. Deutlich besser schneiden da die Krapfen in den Bäckereien wie Galler und Hager ab. War aber eh zu erwarten …

Krapfen-Variationen auf weißem geschwungenen Teller. Im Hintergrund zur Deko: weißer Porzellanvogel und Mini-Narzissen im weißen Übertopf
Krapfen-Variationen

Auf Platz 4 landete die Bäckerei Hager. Dort gibt’s unterschiedliche Varianten. Nämlich Krapfen mit Marillenmarmelade, Vanillecreme oder Nougat. Vanille- und Nougat-Krapfen sind nur leider so gar nicht meines. Aber der Klassiker war völlig in Ordnung.

Unser persönlicher Platz 3, die Bäckerei Galler, punktet bei der Verkostung mit frischen leckeren Krapfen. Allerdings eine Spur weniger saftig als die zwei Bestplatzierten. Hier sind’s jedoch echt nur Nuancen, die den Unterschied ausmachen. Mein Tipp: Krapfen schon morgens kaufen, denn nachmittags (ab 13 Uhr) hat die Bäckerei Galler mittlerweile geschlossen. Wenn ihr eine größere Menge benötigt, ist eine Vorbestellung sicher auch eine grandiose Idee.

Faschingskrapfen in der Konditorei Wagner, auf weißem Teller und Serviette
Wagner Faschingskrapfen

Geschmacklich folgt sogleich die Konditorei Wagner, die am „Stockerl“ auf Platz 2 landet. Beim „Wagner-Krapfen“ ist ein großer Pluspunkt die hausgemachte Marmelade, sonst auch geschmacklich sehr gut aber nicht so „rund und stimmig“ wie beim Testsieger. Für die Optik gab es einen kleinen Punktabzug. Das sah ein bisschen nach Unfall aus. Daher unser Platz 2. Allerdings war die „schiefe Optik“ ein Einzelfall …

Einstimmig (oder sagt man doch mehrstimmig?) zur Nummer Eins gekürt wurde der Faschingskrapfen vom „Kö“ (Konditorei Köstlbauer). Da passt für uns einfach alles zusammen.

Der Geschmack, die Optik und die richtige Mischung aus flaumig und bissfest. Eindeutig unsere Nummer Eins in Tulln. Das Preis-Leistungsverhältnis ist auch absolut in Ordnung. Mein Tipp: Wenn man mehr als 5 Stück kaufen möchte, wäre es schlau, zumindest am Tag zuvor die benötigte Menge zu reservieren. Weil sicher ist sicher und ich hab festgestellt, dass es scheinbar eine Menge Tullner gibt, die sich die Kö-Krapfen gern schmecken lassen. Ich stand nämlich tatsächlich einige Male vor einer leeren Krapfen-Vitrine …

Wer sich für leckere Krapfen auch gern mal hinters Lenkrad schmeißt, der sollte Sieghartskirchen anpeilen. Hier bei der Konditorei Kadlec haben wir ausgezeichnete Krapfen verkostet. Weil’s so gut geschmeckt hat , musste dann sogar noch ein zweiter dran glauben …

Getestet haben wir die Klassiker mit Marillenmarmelade, aber auch Vanillecreme und Nougat. Weil wie gesagt: Geschmäcker sind verschieden. Aber egal, für welche Variante ihr euch entscheidet, gönnt euch die Krapfen jetzt, weil der Fasching geht dem Ende zu. Dann heißt es wieder lange lange lange warten …

Ich wünsch euch noch eine tolle Faschingszeit und Ballsaison mit rauschenden Festen, langen Nächten und vielen süßen „Cilly-Kugeln“.

liebe Grüße und Baba

die Tullnerin

Transparenzhinweis: Wir haben unsere Krapfen selbst bezahlt (und selbst gegessen 😉 und dieser Artikel entstand ohne Vergütung oder Beeinflussung seitens der genannten Lokale. Werbung – da Verlinkung.

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