Ab und zu packt mich bei aller Heimatliebe doch ein bisschen Fernweh. Dann tut mir schon mal ein kleiner Abstecher in die Steiermark ganz gut. Das liegt vermutlich an der Hälfte Steirerblut in meinen Adern (der Rest ist aber waschechte Tullnerin). Und so überkommt mich ab und zu der starke Trieb, schnell die nötigsten Sachen zusammen zu packen und Richtung Süden zu fahren. Und neulich war’s dann wieder so weit …
Mein Ziel: Bruck/Mur
Dank meiner umtriebigen Art hab ich mittlerweile nicht nur viel Verwandtschaft, sondern auch liebe Freunde übers ganze südliche Bundesland verstreut. Diesmal hat’s mich aber nicht nach Graz oder Zeltweg verschlagen, sondern als „Basislager“ hab ich spontan Bruck/Mur gewählt. Dort war ich erstens noch nie und zweitens befand ich, dass sich diese kleine Stadt bestens als Ausgangspunkt für all meine Unternehmungen eignet.

Ein Zimmer hab ich schnell gefunden und das zu einem echt guten Preis. Mit fantastischer Lage direkt an der Mur. Und Parkgarage! Sowie wahnsinnig netten Angestellten von der Rezeption bis hin zur Bar. Mit sehr gutem Frühstücksbuffet und á la carte-Essen am Abend (kleine aber feine Speisekarte).

Das Hotel Landskron liegt fast direkt im Zentrum. Aber da es unmittelbar am Flussufer in die alte Stadtmauer integriert ist (schon das allein ist sehenswert) und eine nur selten befahrene Straße daran vorbei führt, hat man mitten in der Stadt himmlische Ruhe.
Nur das Rauschen der Mur war nachts zu hören, in Folge hab ich tief wie ein Baby geschlafen. Herrlich!!!
In der Stadt …
In der Fußgängerzone (Mittergasse) gibt’s jede Menge kleiner Läden, Restaurants, eine Bar – das Musetti – mit dem angeblich besten Prosecco weit und breit und ein nettes Café: Das Café Schloffer. Echt schönes Ambiente und Super-Eiskaffee sowie geniale Mehlspeisen.
Solltet ihr dort landen und man fragt euch, ob ihr einen normalen oder einen gerührten Eiskaffee wollt, entscheidet euch für Zweiteren. So cremig und mollig, ein echter Hochgenuss. Tja, man muss nur die Einheimischen beobachten, denn die bestellten ALLE den „gerührten“. Was soll ich sagen, ich bin halt auch ein Rudeltier!

Mein Tipp: Die Weinerei. Ein nettes Restaurant mit Terrasse direkt am Wasser, wo man abends romantisch dinieren kann. Es liegt im alten Baderhaus und ist nur durch eine wenig befahrene Straße vom Mur-Ufer getrennt.
Es ist das älteste Gebäude in der Stadt. Es wurde etwa 600 n.Chr. erbaut und hält und hält und hält. Könnte es Geschichten erzählen, wären die ziemlich interessant. Vom Handel mit Eisen & Salz, von Kelten und Römern, von Erzeugung von Eisenlupen, von Gästen in der Herberge und im Baderhaus bis hin zu Ringel- und Kettenschmiede (was immer das auch war), sogar ein Freudenhaus hatte hier mal sein Revier.
Die Zeiten ändern sich und nun gibt’s an dieser Stelle ein Restaurant. Eben die Weinerei im Baderhaus mit wildromantisch verwachsener Terrasse und Kulinarik vom Feinsten (tolle Bewertung Falstaff 2018).

Nur durch eine schmale Straße getrennt liegt gleich gegenüber die „Mur-Terrasse“. Obwohl zum Restaurant gehörig, gibt’s hier eine separate Speisekarte.
Am Berg …

Kurz war ich der Meinung, in Graz gelandet zu sein. Warum? Weil zu meiner großen Überraschung auch in Bruck/Mur ein Uhrturm auf einem Berg thront. Nur etwas kleiner geraten.
Witziges Detail: Sogar der Hügel, wo der kleine Uhrturm über Bruck wacht, heißt so wie der Grazer Berg – nämlich Schlossberg.
Der Brucker Uhrturm liegt am Fuße der ehemaligen Burg. Zwar sind nur noch die Grundmauern vorhanden, doch kann ich Ruhesuchenden empfehlen, sich dorthin zu begeben. Denn innerhalb der Mauern oberhalb des Turms befindet sich ein kleiner Park mit schattigen Bäumen und Bänken, wo man sehr gut seine „Batterien“ aufladen kann.
Von hier oben habt ihr natürlich einen tollen Ausblick auf die Stadt und die sanfte Hügellandschaft.
Zumindest auf der „schönen“ Seite, denn man darf nicht vergessen, dass Bruck auch eine Industriestadt ist und DER Anblick ist dann weniger prickelnd und romantisch.
Dieser Teil liegt aber auf der anderen Seite des Schlossberges und man muss ihn nicht sehen, wenn man nicht will.

Ich wäre zwar gern noch länger geblieben, doch Tantchen wartete bereits auf mich und so fuhr ich Richtung Leoben und dann noch weiter Richtung Vordernberg und Präbichl (übrigens ein tolles Wandergebiet mit Reiting, Hochschwab oder Eisenerzer Reichenstein). Allerdings nicht ohne vorher nochmals im Café Schloffer vorbeizuschauen und für meine Lieblingstante köstlichen Linzer Kuchen, Esterhazyschnitte & Co zu besorgen.
Asia–Spa in Leoben
Nun – nicht jeder hat auf seiner Steiermark-To-Do-Liste eine Tante oder andere Verwandte stehen. Aber vielleicht, wollt ihr ja in Leoben einen Stopp machen und dort das Spa besuchen? Es ist auf alle Fälle einen Aufenthalt wert. Denn die Fahrzeit von Bruck nach Leoben beträgt lediglich 15 Minuten (erwähnte ich bereits, dass Bruck ein super Ausgangspunkt ist?).
Der Badebereich ist gegliedert in Außen- und Innenbereich, wobei ich den Außenpool jetzt nicht besonders spektakulär finde. Toll ist aber auf alle Fälle der Saunabereich mit der Ruhezone. Sehr stylish und ansprechend.
Tipps für Ausflüge in der Umgebung
Das Weitental ist ein Naturschutzgebiet in dem man wunderbar wandern kann. Für Kinder (aber auch Erwachsene) ist sicher auch die Vogelstation interessant. Hier werden kranke oder verletzte Tiere wieder aufgepäppelt und nach Möglichkeit ausgewildert. Traumhafte Umgebung für Erholung, zum Spazieren und Wandern.
Bruck/Mur ist echt eine herzige kleine Stadt, die sich toll als Ausgangspunkt für Tagesausflüge eignet. Der mittlerweile ziemlich bekannte Grüne See ist quasi gleich ums Eck. Sogar der Erzberg bietet sich von hier aus als Tagesausflug an (etwa 30 Minuten entfernt).
Ich wünsch euch einen schönen Sommer!
Die Tullnerin


