Naschgarten für alle

Naschgarten für alle

Vor einiger Zeit schon entdeckte ich im Bereich des Schiele-Museums ein kleines Gärtchen. Mit einem Holzzäunchen begrenzt. Sowie auch mit Hinweistafel versehen, dass es ein “Natur im Garten”-Projekt sei. Ihr habt es vermutlich schon erraten. Es handelt sich um den 1. Tullner Kräuter-Naschgarten.

Kräuter-Naschgarten
Kräuter-Naschgarten

Gegründet wurde der 1. Tullner Kräuter-Naschgarten von Ing. Michaela Nikl. Und zwar bereits im Juli 2015. Warum und weshalb hat sie mir bei einem Kaffeeplauscherl erzählt.

Der Weg zur Praxis war schiarch …

Michaela hatte im angrenzenden Haus die Praxisräume für ihr noch junges Unternehmer-Netzwerk “Lebenszeichen” und ging tagtäglich an dem wenig ansprechenden Plätzchen vorbei. Naturgarten ist ja schön und gut. Aber DAS! Nun – hier handelte es sich wahrlich um keine Augenweide. Also beschloss sie, aktiv zu werden.

Naschgarten – Vorher
Naschgarten – Vorher

Nun gibt es in Tulln ja seit einigen Jahren Grünraum-Patenschaften. Also nahm Michaela kurzerhand mit der Gemeinde Kontakt auf. Sie wollte jedoch nicht einfach nur Blumen oder Sträucher setzen. Sie wollte Urban Gardening nach Tulln bringen. Der Vorschlag wurde mehr als gut aufgenommen, der Kontakt mit dem Stadtgärtner Mario Jaglarz umgehend hergestellt.

Alle halfen mit …

Schon bald wurden dann mit vielen fleißigen Helfern (Weggefährten der Praxis Lebenszeichen) gegraben, begradigt und Steine für den Weg verlegt. Mit Feuereifer dabei auch Michaelas Sohn Christoph, der gerade mal sechs Jahre alt war. Was beweist, dass auch Kindern garteln einfach Spaß macht.

Der Beginn
Der Beginn

Die Gemeinde sponserte im Rahmen der Grünpatenschaft einen Großteil der Pflanzen. Während der Pflanzung stand Stadtgärtner Mario mit Rat und Tat zur Seite. Aber es wurde nicht nur Essbares gepflanzt, womit ich nun auch gleich den Übergang zu Weiden hätte: Als AugenWEIDE wurde nämlich auch ein WEIDEN-Dom aufgestellt.

Es wird schon langsam
Es wird schon langsam
Es ist vollbracht
Es ist vollbracht

Gleich nebenan dann noch eine Bankerl zum Verschnaufen. Gärtnern ist ja mitunter anstrengend, da muss ein Päuschen wohl erlaubt sein.

zum Blaumachen
zum Blaumachen

Allerdings hat ihr mittlerweile Wind und Wetter stark zugesetzt und sie schaut etwas mitgenommen aus. Vielleicht findet sich ja an dieser Stelle auch jemand, der sich ihrer annehmen könnte? Sie vielleicht ein wenig verarzten (sprich neu streichen) könnte?

in die Jahre gekommen
in die Jahre gekommen

Alles in allem haben viele Menschen zusammengeholfen und aus dem unscheinbaren Fleckchen Erde etwas Wunderbares geschaffen. Gemeinsam statt im Alleingang. Das ist einfach toll. Applaus!

Michaela ist insbesondere stolz darauf, dass so viele unterschiedliche Pflanzen gedeihen. Im Laufe der Jahre ist ihre Anzahl durch Ableger und Neuanschaffung noch sehr gewachsen. Einiges hat sie selbst beigesteuert, anderes kam von Freunden und Nutzern des Kräuter-Naschgartens.

Urban Gardening …

Auf kleinstem Raum finden sich nun verschiedene Obstbäume wie Kirsche, Apfel, Birne und Ringlotte. Aber auch Obststräucher wie Aronia, Ribisel, Josta- und Stachelbeere haben hier ein Plätzchen gefunden. Zusätzlich haben die Erdbeeren ihr ursprüngliches Terrain erweitert, Minzarten und Kräuter gedeihen bestens und jetzt im zeitigen Frühjahr sogar Bärlauch. Stellt sich die Frage, ob Michaela auch heuer noch freie Stellen findet, um das eine oder andere Gemüse zu pflanzen.

Ziel war natürlich in erster Linie, den wenig schmeichelhaften Weg zur Praxis zu verschönern. Und dem Ganzen noch Sinn zu geben, indem ein Nutzgarten angelegt wurde. Der jedoch nicht nur für ein paar wenige Menschen da sein soll. Vielmehr handelt es sich um einen Gemeinschaftsgarten, der die Tullner mit frischem Obst und Gemüse erfreuen soll. Natürlich mit Maß und Ziel, damit sich mehrere Menschen daran erfreuen können. Aber grundsätzlich darf jeder mithelfen und ernten.

Helfer sind immer willkommen. Speziell an heißen Sommertagen, wenn die Pflänzchen etwas saftlos da hängen. Da greifen auch schon mal gerne vorbei kommende Spaziergänger zur Gießkanne. Werkzeug und Gießkannen sind übrigens immer vor Ort. Das Wasser kann beim naheliegenden Hydranten geholt werden.

Hydrant beim Naschgarten
Hydrant beim Naschgarten

Wer möchte sich anschließen?

noch im Winterschlaf
noch im Winterschlaf

Rechtzeitig, bevor es mit dem Frühling richtig ernst wird, sind an dieser Stelle alle herzlich eingeladen, die Spaß daran finden, den Garten ein bisschen auszuputzen und frühjahrsfit zu machen. Michaela hat eine Facebook-Gruppe gegründet, wo man sich nicht nur austauschen, sondern auch absprechen kann, wer wann was macht. Also bitte Freiwillige vor und einfach melden bei Praxis Lebenszeichen.

Michaela vor dem Naschgarten
Michaela vor dem Naschgarten

Bei vielen Helferleins sollte eine reiche Ernte im Sommer dann wohl kein Problem sein, da darf dann auch kräftig genascht werden …

Ich wünsch euch viel Spaß beim Garteln im 1. Tullner Kräuter-Naschgarten

die Tullnerin

Teilen:

Lust auf einen Bienenstock …

Lust auf einen Bienenstock …

Es war einmal ein kleiner Junge. Der sah eines Tages im Kino den Film “More than Honey”. Dieser Film veränderte sein Leben und das seiner Familie. Es sollte der Beginn der großen Bienenliebe und Start für HuBees Bio-Imkerei in Neuaigen direkt vor den Toren Tullns werden.

Honig by HuBee
Honig by HuBee

“Der Zufall geht Wege, da führt die Absicht gar nicht hin”. Dieser Zufall brachte mich bei der Suche nach Bio-Bienenwachs für meine selbst gerührten Salben direkt nach Neuaigen. Zu HuBees, der Bio-Imkerei. Weil’s der Zufall dann auch so wollte, kam ich mit dem Besitzer Bernhard Mayerhofer ins Plaudern. Ich fand die Geschichte so interessant, dass ich beschloss, darüber zu schreiben.

Wie alles begann …

Alles begann 2012, als im Kino der Film “More than honey” lief. Hubertus, damals grad mal zehn Jahre alt, war vom Film und den Auswirkungen des Bienensterbens so entsetzt, dass er beschloss, er möchte aktiv etwas dagegen unternehmen. Mit Hilfe eines Lehrers baute er seinen ersten Bienenstock. Die Eltern, allen voran sein Vater Bernhard, waren ob des Engagements des jungen Mannes sehr beeindruckt und unterstützten ihn bei seinem Vorhaben. Ein Bienenvolk wurde angeschafft, bald ein zweites, dann ein drittes …

Bienenstöcke Au
Bienenstöcke Au

Die Leidenschaft des Sohnes sprang auf Papa Bernhard über. Das ehrgeizige Ziel war, innerhalb von zehn Jahren die Bienenbestände in Österreich zu verdoppeln. Da es aber irgendwann ziemlich ins Geld geht – mittlerweile waren es an die 200 Völker – musste ein Plan gefasst werde. Der da lautete: “Wir bieten Bienenpatenschaften an und vermieten die Bienen”. Das ursprüngliche Projekt von Hubertus nahm immer größere Formen an, der Vater zog mit und so wurde das Unternehmen HuBees gegründet.

Mittlerweile ist Hubertus ein junger Teenager, der zwar nach wie vor gern bei den Bienen hilft. Doch gibt’s mit 17 Jahren viel in der Welt zu entdecken. Das Geschäft ist also derzeit Bernhards alleinige Aufgabe. Er kümmert sich um die Völker, schleudert den Honig, füllt ab und verkauft.

at work
at work

Die kleinen Bienchen veränderten das Leben!

Aus dem Hobby und der Leidenschaft des Juniors hat sich für den Vater ein völlig neues Leben ergeben. Denn um sich der Bio-Imkerei und den tausenden Bienen widmen zu können, hat er seinen Brotberuf aufgegeben. Die bis dahin nebenbei geführte konventionelle Landwirtschaft wurde Schritt für Schritt auf Bio-Landwirtschaft umgestellt.

Honig-Variation
Honig-Variation

Aus ehemals 10 Hektar Monokultur entwickelt sich langsam ein kleines Paradies. Da schnattern nun die Weidegänse unter den Haselnusssträuchern. Demnächst gesellen sich noch Hühner dazu, um fleißig Bio-Eier zu legen. Damit die Schar nicht zu frech wird oder Fuchs und Marder zum Opfer fallen, ist bereits ein Hirtenhund auserwählt, der in Kürze bei den Mayerhofers einziehen wird.

Die ehemaligen Maisfelder sind Heimat für Aroniabeeren, Pekanuss- und Apfelbäume geworden. Die kurz geschnittenen Grünstreifen, die sich mit Hecken und Blühwiesen-Streifen abwechseln, bieten der reichen Vogelschar Futter sowie Nistplätze in den angrenzenden Sträuchern. Also Schädlingsbekämpfung der sanften Art. Sogar Lindenbäume hat Bernhard gepflanzt. Und mitten drin ruhen die Bienenstöcke …

Tja, wie eingangs erwähnt: Der Zufall geht Wege, da führt die Absicht gar nie hin. Die unabsehbaren Folgen eines Kinobesuchs …

Honig von HuBee
Honig von HuBee
Honigwein / Met
Honigwein / Met

Es summt und brummt in allen Gärten …

Die Idee, die Bienenbestände zu vervielfachen, ist nach wie vor die Triebfeder in Bernhards Arbeit. Sie war und ist DER Grundgedanke. Aber nicht nur in Neuaigen, sondern in ganz Niederösterreich und Österreich. Darum ist es ihm auch ein großes Anliegen, die Stöcke über die Sommermonate zu vermieten. Um die Menschen ein Stück zurück zur Natur zu führen. Um Kindern die Beobachtung von Bienen im eigenen Garten zu ermöglich.

Bienenvermietung
Bienenvermietung

Vermietet werden Bienen sowohl an Privatpersonen als auch an Firmen, die Patenschaften übernehmen können. Auch Gemeinden können sich hier anschließen und Bienenstöcke im öffentlichen Bereich aufstellen.

Belohnt wird das nicht nur mit fleißigen Bienen im eigenen Garten, die für die Bestäubung sorgen, sondern auch mit 5 kg Honig-Garantie, Imkerfrühstück, Schleuderfest etc. Nähere Infos dazu findet ihr unter Bienenpatenschaft. Anmeldungen sind ab sofort möglich. Die Ausgabe der Bienenstöcke erfolgt nämlich schon ab Anfang April.

Auch Workshops sind möglich …

Auf Anfrage kann man auch Workshops besuchen bzw. buchen. Interessant natürlich für Schulen, wenn der Biologie-Unterricht mal etwas anschaulicher sein darf. Aber auch für Vereine und Gruppen sind kleine Workshops mit anschließendem Verkosten des Honigs buchbar.

Ich für meinen Teil freu mich jedenfalls, meinen Bio-Imker des Vertrauens gefunden zu haben und wer weiß, vielleicht habe auch ich demnächst einen kleinen Bienen-Flug-und-Landeplatz in meinem Garten.

Liebe Grüße

die Tullnerin

Teilen:

Der Tullner Zehner & der Film “Tomorrow” …

Der Tullner Zehner & der Film “Tomorrow”  …

Wie versprochen, gibt’s heut noch weitere Gedanken zum Thema des Films “Tomorrow – der Film”

Nach Nahrung, Landwirtschaft etc. ging’s um die globale Wirtschaft. Ein Thema, das immer und immer wieder in den Medien angesprochen wird. Da gab es auch schon vor vielen Jahren die Werbekampagne “Fahr nicht fort, kauf im Ort”. Das müsste mittlerweile abgeändert werden in “die Großen fressen die Kleinen” oder so. Beitrag ansehen

Teilen:

Tomorrow – der Film …

Tomorrow – der Film …

Mit zunehmendem Alter schaut man sich seine Umwelt genauer an. Meistens. Gut – ich war immer schon ein Querdenker und für manche Leute unbequem. Aber mein Motto lautet: Nur wer gegen den Strom schwimmt, gelangt an die Quelle! Beitrag ansehen

Teilen: